Ärzte Zeitung online, 07.02.2017

Saarland

Dreierbündnis fordert mehr Pflegekräfte

Krankenhausgesellschaft, Gewerkschaft und Politiker an der Saar wollen Kassen in die Pflicht nehmen.

SAARBRÜCKEN. Im Kampf um mehr Pflegepersonal in den Kliniken proben im Saarland drei Bündnispartner den Schulterschluss: die Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG), Verdi und das Gesundheitsministerium vereinbarten, zusammen nach Lösungen zu suchen. Auch beim Hauptgegner ist man sich einig: Es sei höchste Zeit, dass sich die gesetzlichen Kassen bewegten und mehr Geld zur Verfügung stellten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Bei dem Schriftstück soll es nicht bleiben. Am 8. März wollen die drei Partner mit einem Aktionstag "ein hörbares und sichtbares Zeichen für Entlastung der Beschäftigten und mehr Personal in den saarländischen Krankenhäusern" setzen.

Allerdings räumen SKG-Geschäftsführer Dr. Thomas Jakobs, Verdi-Bezirksgeschäftsführer Thomas Müller und Gesundheitsministerin Monika Bachmann "unterschiedliche Auffassungen über den Weg zu einer angemessenen Personalbemessung" ein. Dennoch wolle man in Zukunft gemeinsam vorankommen.

Dabei werden zwei konkrete Ansatzpunkte genannt: positive Signale erwarte man sowohl von den Kassen bei den Verhandlungen zum Landesbasisfallwert als auch von der Expertenkommission, die im Bundesgesundheitsministerium mit Blick auf das Pflegeförderprogramm eingerichtet wurde. Der Bund müsse einen deutlich höheren Pflegezuschlag für alle Krankenhäuser sicherstellen, wobei in der Ausgestaltung für einzelne Träger keine Wettbewerbsnachteile entstehen dürften.

Besonders kritisch geht die Erklärung aber mit den Kassen um. Es sei "unerträglich", dass sie sich bei den im Rahmen der bestehenden Gesetze möglichen Verbesserungen "unisono" verweigerten. Und so schließt die Erklärung denn auch mit der Forderung: "Die gesetzlichen Krankenkassen müssen endlich ihre Blockade aufgeben und aus ihren Überschüssen die erforderlichen zusätzlichen Stellen finanzieren." (kud)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »

Vorsicht vor E-Mail-Anhängen und Links!

Die meisten Cyber-Angriffe laufen über das elektronische Postfach - daher ist ein gesundes Misstrauen bei jeder E-Mail wichtig, betont Sven Weizenegger. Der Profi-Hacker gibt im Interview Tipps, worauf zu achten ist. mehr »