Ärzte Zeitung online, 24.07.2017

Physician Assistant

Pflegeverband lehnt Konzept des Ärztetags ab

Der Berufsverband der Pflegeberufe kann dem Physician Assistant nichts Positives abgewinnen.

BERLIN. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) lehnt den arztunterstützenden Physician Assistant ab. Der Deutsche Ärztetag hat im Mai in Freiburg Vorgaben zur Ausbildung des Physician Assistant beschlossen. Nach Meinung der Delegierten bietet dieses Konzept für Gesundheitsfachberufe und insbesondere für Pflegekräfte Aufstiegsperspektiven.

Das sieht der DBfK anders. Der Physician Assistant berge weder Potenzial für eine bessere Versorgung noch für pflegerische Berufskarrieren. In Krankenhäusern habe die Zahl angestellter Ärzte einen neuen Höchststand erreicht.

Von daher bezeichnet der DBfK einen Bedarf für zusätzliche Arztentlastung als "nicht nachvollziehbar". Und in der ambulanten Versorgung gebe es ein Verteilungsproblem anstelle eines Arztmangels.

Aus Sicht des Berufsverbands liegt der Kern des Problems in der "mangelnden Bereitschaft der Ärzteverbände, das ärztliche Monopol in der medizinischen Heilkunde aufzugeben". Für den DBfK lohnt sich der Blick ins Ausland: Dort gebe es viele Beispiele für Pflegefachkräfte, die mit erweiterten Kompetenzen in Diagnostik und Therapie die Versorgung unterstützten, heißt es.

Auch in Deutschland sei diese sogenannte "Advanced Nursing Practice" etabliert. Insoweit sei "die Versorgungspraxis deutlich weiter als die Beschlusslage in den Ärzteverbänden". (fst)

Topics
Schlagworte
Pflege (5371)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »