Ärzte Zeitung online, 28.07.2017
 

BKA-Statistik

Dauerbaustelle Pflegebetrug

Von Matthias Wallenfels

Die aktuelle Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) zum Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen gibt nur vordergründig Anlass zur Hoffnung. Dass die Zahl der erfassten Abrechnungsdelikte 2016 im Vergleich zu 2015 um 44,7 Prozent und die der Schadenssumme sogar um 58,6 Prozent zurückgegangen ist, kann schnell zu einem Trugschluss verleiten.

Möge die Zahl der Gelegenheitsdelikte zurückgegangen sein, in der Pflege wuchert aber weiter ein Geschwür. Das BKA weist explizit auf das weiterhin millionenschwere Schadenspotenzial der sogenannten russischen Pflegemafia hin.

Die oft mit der Organisierten Kriminalität in Verbindung stehenden Pflegedienste plündern durch geschickten Abrechnungsbetrug im engen ethnischen Milieu die Leistungsträger.

Zwar hat das BKA inzwischen schon viele Kenntnisse zum Vorgehen der Pflegebanden gewonnen, Berlin – ein zentraler Wirkort der Pflegemafia – hat spezielle Prüfteams etabliert und das Pflegestärkungsgesetz III gibt Leistungsträgern mehr Kontrollmöglichkeiten an die Hand; die Bekämpfung des Pflegebetrugs bleibt aber weiterhin eine Dauerbaustelle.

Die Organisierte Kriminalität zeichnet sich schließlich auch durch schnelles Reagieren auf Sanktionsmechanismen mit Ausweichstrategien aus.

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