Ärzte Zeitung online, 14.01.2018

Reaktionen

Opposition sieht bei den Plänen zur Pflege noch Luft nach oben

Die Themen Pflege und Forschungsförderung wurden nach den Sondierungsgesprächen ausgiebig kommentiert.

Von Anno Fricke

BERLIN. Die Verabredungen der Sondierer zur Pflege stießen auf große Resonanz:

» Deutscher Pflegerat: "Richtig ist, die Bezahlung, vor allem in der Altenpflege flächendeckend zu verbessern. Die bestehenden Vergütungsgefälle zwischen den Sektoren und Regionen müssen abgebaut werden. [...] Es braucht aber auch eine Gesamtschau, um die Berufsausbildung und den Verbleib im Beruf attraktiver zu machen, sagte DPR-Präsident Franz Wagner.

» Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe: "Hierbei ist keine Zeit zu verlieren; die beruflich Pflegenden erwarten, dass sie nicht länger an ihren Arbeitsplätzen verschlissen werden, sagte Präsidentin Christel Bienstein.

» Erwin Rüddel, pflegepolitischer Sprecher der Unionsfraktion: "Als Pflegepolitiker freue ich mich besonders über [...] ein Sofortprogramm für eine bessere Personalausstattung sowohl in der Pflege im Krankenhaus als auch in der Langzeitpflege."

» Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen: "Die Sofortprogramme entpuppen sich bei näherem Hinsehen als 8000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege und eine leichte Nachbesserung der Personaluntergrenzen im Krankenhaus. Das ist viel zu wenig! Zudem droht die Finanzierung der zusätzlichen Stellen in der Altenpflege an den Pflegebedürftigen hängenzubleiben."

Auch Vertreter der Pharmaindustrie meldeten sich zu Wort.

» Verband der forschenden Pharmaunternehmen: " Offen bleibt, wie die Versorgungslücke zwischen Medizin (Leitlinien der Fachgesellschaften) und Erstattung (Nutzenbewertung von Arzneimitteln) geschlossen werden soll. Das Ziel, die Forschungsausgaben in Deutschland auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu heben, ist für den Investitionsstandort Deutschland selbstverständlich richtig", sagte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer.

» Bundesverband der pharmazeutischen Industrie: "Gerade standortorientierte mittelständische Unternehmen, die an der Entwicklung von Arzneimitteln auf Basis bewährter Wirkstoffe arbeiten, brauchen Erleichterungen, um sowohl das wirtschaftliche als auch das Versorgungspotenzial bewährter Wirkstoffe für Patienten und Gesundheitssystem zu erschließen", sagte der stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Norbert Gerbsch.

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