Ärzte Zeitung online, 21.03.2018

Gesundheitskongress

Wie die Überleitung von Demenzpatienten klappen kann

Was bei der Klinik-Entlassung Demenzkranker zu beachten ist, wird beim Interprofessionellen Gesundheitskongress erläutert.

DRESDEN. Viele Krankenhäuser sind noch nicht genügend auf die Behandlung von demenzkranken Patienten eingerichtet – oft genug erweist sich die Nebendiagnose Demenz als Störfaktor.

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg hat dagegen zum Ziel, sich als Kompetenzzentrum Demenz für den ganzen Stadtbezirk zu entwickeln. Dazu gehört auch eine gelungene Überleitung.

Unterstützungsbedarf ermitteln

"Wir wollen den Krankenhausaufenthalt als Chance nutzen, um die Versorgung der demenzkranken Patienten nach der Entlassung zu optimieren", berichtet Eckehard Schlauß. Der Gerontologe koordiniert am KEH das Demenzmanagement.

"Pflegepersonal, Ärzte und Betreuungskräfte können in diesen Tagen, an denen der Patient bei uns ist, Hinweise sammeln, wo noch Unterstützungsbedarf besteht." Über eine sektorenübergreifende Demenzversorgung berichtet Schlauß beim 6. Interprofessionellen Gesundheitskongress, der am 20. und 21. April von Springer Medizin und Springer Pflege in Dresden veranstaltet wird.

"Für eine gelungene Überleitung ist es zentral, sich mit allen Akteuren im Bezirk – wie Haus- und Fachärzten, Pflegestützpunkten, Alzheimer Gesellschaft, Pflegeeinrichtungen und Krankenkassen – zu vernetzen", so Schlauß.

Bis zu sechs Hausbesuche

Eine Vereinbarung des KEH mit den Pflegestützpunkten des Bezirks garantiert, dass sich nach der Entlassung ein Mitarbeiter eines Stützpunktes bei Patienten und Angehörigen meldet und einen Besuchstermin vereinbart. Durch einen Kooperationsvertrag mit einer regionalen Kasse ist es dem KEH möglich, nach der Entlassung bis zu sechs Hausbesuche durch speziell geschultes Pflegepersonal des Krankenhauses anzubieten.

In interdisziplinären Fallbesprechungen in der Inneren Medizin und Neurologie analysieren Ärzte und Pflegefachkräfte gelungene und weniger gelungene Überleitungen von Demenzpatienten. Die konzeptionelle Arbeit an dem Projekt für eine nachhaltige Demenzbehandlung wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert. (an)

"Wie gelingt sektorenübergreifende Versorgung?" am Freitag, 20. April 2018, 13.30 Uhr bis 16 Uhr, Internationales Congress Center Dresden, Ostra-Ufer 2, Dresden.

Weitere Informationen und Anmeldung zum Kongress: Andrea Tauchert, Tel. 030/82787-5513, info@gesundheitskongresse.de, www.gesundheitskongresse.de

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