Ärzte Zeitung, 03.03.2015

Gröhe fordert

Reha in der Pflege aufwerten!

Rehabilitation ist bisher auf Wiedereingliederung fokussiert. Das muss sich ändern, fordert Gröhe.

KÖLN. Die Pflegereform wird dazu beitragen, dem Prinzip Rehabilitation vor Pflege in Deutschland mehr Gewicht zu verleihen, hofft Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

"Das Thema ist noch nicht in den Köpfen der Menschen und damit noch nicht ausreichend in der Pflegerealität angekommen", sagte Gröhe beim 13. Sozialrechtstag.

Rehabilitation sei nach wie vor für viele ausschließlich mit der Wiederherstellung der Arbeitskraft verbunden. Dabei würde verkannt, welchen Beitrag sie auch für die Eigenständigkeit und die Lebensqualität älterer Menschen leisten kann.

Rechtsanspruch besteht bereits

Das Problem aus Gröhes Sicht: Die Pflegekassen sind zwar bereits verpflichtet, Pflegebedürftige über Reha-Möglichkeiten zu beraten. Zudem sehen die Richtlinien des GKV-Spitzenverbands die Stärkung der geriatrischen Reha vor.

Doch in der Versorgung hat sich das noch nicht niedergeschlagen. "Es gibt schon heute Rechtsansprüche, die aber nicht ausreichend gelebt werden", sagte er.

Bei über einer Million Pflegebegutachtungen im Jahr komme es nur in knapp 6000 Fällen zu einer Reha-Empfehlung. "Da ist noch gewaltig Luft nach oben", betonte der Minister.

Nach seinem Eindruck wird das neue Begutachtungssystem besser geeignet sein, die Rehabilitationsfähigkeit von Pflegebedürftigen abzubilden.

Auch der Präventionsgedanke muss in der Pflege stärker verankert werden, findet Gröhe. Dazu solle die Verpflichtung der Pflegekassen beitragen, Präventionsmaßnahmen in stationären Pflegeeinrichtungen zu finanzieren.

"Für Prävention ist es nie zu früh, aber auch nie zu spät", sagte er.

Grundsätzlich müsse der Beratung in der Pflege künftig eine größere Bedeutung zukommen. "Eines ist klar: Wenn die Pflege individueller und passgenauer auf die einzelne Situation abgestimmt wird, dann steigt der Beratungsbedarf", so der Minister. (iss)

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