Ärzte Zeitung online, 07.02.2017
 

Patientensicherheit

Wenn Tierarzneien zur Gefahr für Kinder werden

Kinder und Jugendliche nehmen offenar häufig unbeabsichtigt die Arzneien ihrer Haustiere ein. Das geht aus Daten eines US-Giftzentrums hervor.

Arzneien für Tiere eine Gefahr für Kinder

Obacht, Verwechselungsgefahr!

© miya227 / Fotolia.com

COLUMBUS. Medikamente für Haustiere stellen eine Gefahr für Kinder und Jugendliche dar, wie das Central Ohio Poison Center aktuell meldet. (COPC). Sie berufen sich hierbei auf die Ergebnisse einer Untersuchung, die akutell auch in der Fachzeitschrift Pediatrics (2017; e20161496 DOI: 10.1542/peds.2016-1496) veröffentlicht wurde.

Dabei hat das COPC Notrufe von Januar 1999 bis Dezember 2013 untersucht, die die unbeabsichtigte Einnahme von Medikamenten für Haustiere durch Kinder und Jugendliche beinhalteten. Das Zentrum bekomme etwa zwei Anrufe pro Woche für diese Notfallart, heißt es in der Mitteilung.

Die meisten Notfälle betrafen der Auswertung zufolge Kinder im Alter von fünf Jahren oder jünger (88 Prozent), die Medikamente im Haus oder in der Wohnung gefunden und verschluckt hatten. Das Beruhigende: Zu einem Großteil war nicht von einer langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigung der Kinder und Jugendlichen auszugehen (97 Prozent). Mit 88 Prozent betrafen die meisten Notrufe Medikamente für Hunde.

Im Teenager-Alter kam es wiederum am häufigsten zu Notfällen, wenn die Tiermedikamente mit den eigenen Medikamenten verwechselt wurden (56 Prozent). In diesem Zusammenhang rät das COPC, Tierarzneien nicht am selben Ort wie Medikamente für Menschen aufzubewahren.

Weitere Hinweise des COPCs:

- Tiermedikamente hoch und außer Sichtweise von Kindern lagern und so lange verschließen, bis es Zeit für die nächste Dosis ist.

- Die Arzneien für das Haustier in Originalbehältern aufbewahren, um Verwechselungen zu vermeiden.

- Müssen Tiermedikamente mit Nahrung gemischt werden, dafür Sorge tragen, dass Kinder nicht im selben Raum sind und nichts von der Tiernahrung essen. (mmr)

Topics
Schlagworte
Pharmakovigilanz (118)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »