Ärzte Zeitung online, 06.08.2012

Ausbildungschaos

Keimbekämpfer schlagen Alarm

Droht der Ausbildung von Hygienefachkräften ein Chaos? Professionelle Keimbekämpfer warnen vor gesetzlich gefördertem Wildwuchs in der Weiterbildungslandschaft und vor unseriösen Angeboten.

Keimbekämpfer schlagen Alarm

Immer schön sauber bleiben.

© gornist / fotolia.com

BERLIN (af). Gut ein Jahr ist das neue Infektionsschutzgesetz in Kraft. Es sieht unter anderem vor, dass Krankenhäuser spätestens ab 2016 Hygienefachkräfte einsetzen müssen.

Ab 400 Betten sind Krankenhäuser dann verpflichtet, einen Facharzt für Hygiene zu beschäftigen.

Diese Vorgabe sei nicht zu schaffen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Vereinigung der Hygienefachkräfte und der Initiative Infektionsschutz vom Montag.

Darin warnen Vertreter der Hygieneverbände zudem vor dem durch die gesetzlichen Vorgaben ausgelösten Ausbildungschaos. "Die durch den Gesetzgeber ausgelöste Hektik führt dazu, dass eine Vielzahl von teilweise unseriösen Fort- und Weiterbildungen Qualifikationen im Schnelldurchlauf versprechen".

"Wir wollen, dass die Hygienefachkräfte und auch die Hygienebeauftragten in der Pflege fundiert und nach definierten Kriterien bundesweit einheitlich ausgebildet werden", sagt Karl-Heinz Stegemann, Vorsitzender der deutschen Hygienefachkräfte (VHD).

Voraussetzung sei, dass die derzeit unterschiedlichen Ausbildungsgänge bundesweit geregelt würden.

Vertreter der Initiative Infektionsschutz fordern, das hohe fachliche Niveau der Aus- und Weiterbildung des Hygienefachpersonals nicht der Eile zu opfern. Der Mangel an gut geschulten Keimbekämpfern sei seit langem bekannt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »