Ärzte Zeitung, 14.03.2013
 

Studie macht Mut

Über Atemluft Darmkrebs aufspüren?

Die Ausatemluft von Patienten mit Darmkrebs enthält ganz bestimmte Muster organischer Verbindungen.

BARI. An einer prospektiven Beobachtungsstudie nahmen 37 Patienten mit Kolorektal-Ca und 41 gesunde Probanden teil.

Die Ausatemluft der Teilnehmer wurde mithilfe eines kombinierten Chromatografie-Massenspektrometers analysiert: Es wurden 15 flüchtige organische Verbindungen dingfest gemacht, in denen sich die Krebspatienten von den Kontrollen unterschieden. Die Vorhersagegenauigkeit lag insgesamt bei 85 Prozent (Brit J Surg 2013, 100, 1: 144-150).

In einer zweiten Phase wurde die Methode validiert: Hier lag die Trefferquote bei 76 Prozent und war unabhängig von Krankheitsstadium oder Geschlecht.

Größere Studien nötig

Bei bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts kommen Atemtests bereits zum Einsatz, etwa bei Laktoseintoleranz oder H. pylori-Infektion.

Auch diese Erkrankungen, so die Autoren um Professor Donato Francesco Altomare von der Aldo-Moro-Universität in Bari, scheinen ihr eigenes Profil an organischen Verbindungen zu besitzen.

In der Ausatemluft der Darmkrebspatienten seien bestimmte Verbindungen in doppelt so hoher Konzentration vorhanden gewesen wie bei Gesunden. Es komme aber auf das Muster an, nicht so sehr auf die einzelnen Verbindungen.

Der nächste Schritt sei nun, die Erkenntnisse anhand eines größeren Kollektivs zu reproduzieren. Dann könne man sich an die Entwicklung eines für die Praxis geeigneten diagnostischen Markers machen. (EO)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »