Ärzte Zeitung, 29.04.2013
 

Kommentar zur Prävention bei Männern

Kapitulation nicht nötig

Von Matthias Wallenfels

Ihr Auto bringen Männer regelmäßig in die Werkstatt - zum Beispiel zur Inspektion (Vorsorge) oder Beulenbehebung (kurative Therapie). Wenn es um die eigene Gesundheit geht, gibt das starke Geschlecht nicht gern das Weichei der Nation ab. Vorsorge, das ist etwas für Frauen und Memmen.

Wie oft haben Ärzte aller Couleur diesen Vergleich, garniert mit dem Hinweis, dass sie trotzdem nicht vor männlichen Patienten in Sachen Präventionsangebote kapitulieren sollen, schon gehört!

Reflexartig empfehlen Praxisberater Ärzten dann, auf die männerspezifische Kommunikation zu setzen - so auch vor Kurzem auf dem Jahreskongress Männergesundheit der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGMG) in Bad Homburg.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit - vor allem, wenn es um Präventionsleistungen für Männer auf Selbstzahlerbasis geht. Und das sind nicht wenige. Seit einigen Jahren hat die DGMG zum Beispiel die Marktlücke der fehlenden gesetzlichen Vorsorge bei Männern zwischen 18 und 35 entdeckt und die U25 - eine IGeL - als Retter in der Not präsentiert.

Nun ist es an den Ärzten, die Präventionsangebote - sofern sie von diesen überzeugt sind - an den Mann zu bringen. Die Devise lautet: Überzeugen statt überreden.

Lesen Sie dazu auch:
Männer und Prävention: Kurze Anrede, langfristiger Vorsorgeerfolg?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »