Ärzte Zeitung, 24.05.2013
 

Kommentar zum Kölner Bewegungsprojekt

Praxisteams als Vorbilder

Von Ilse Schlingensiepen

Die meisten Patienten wissen, dass es nicht gesund ist, wenn sie sich nur wenig bewegen. Genauso wie den Rauchern durchaus bewusst ist, welche Risiken mit dem Laster verbunden sind.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, aus dem Wissen nachhaltig die richtigen Konsequenzen zu ziehen. In einem Pilotprojekt der Ärztekammer Nordrhein und der Deutschen Sporthochschule verfolgen Kölner Hausärzte jetzt einen interessanten Ansatz, um übergewichtige und bewegungsarme Patienten auf Trab zu bringen.

Sie nutzen die Vorsorgeuntersuchungen dazu, die Risikopatienten nachhaltig zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren. Das Ziel: Sie sollen täglich 10.000 Schritte gehen.

Die Ärzte lassen die Teilnehmer dabei nicht allein, sondern unterstützen sie mit mehreren Maßnahmen. Ein Schrittzähler zeigt den Patienten die Herausforderung und dokumentiert die Erfolge.

Dieses Vorgehen ist realitätsnäher, als den Patienten zu sagen: Geh' doch in den Sportverein oder einen Fitnessclub. Das Projekt hat aber noch einen weiteren erfolgversprechenden Faktor: Die Praxisteams nehmen sich selbst in die Pflicht und beteiligen sich an der 10.000-Schritte-Kampagne. Ein überzeugenderes Argument können die Hausärzte ihren Patienten kaum liefern.

Lesen Sie dazu auch:
Pilotprojekt in Köln: Schritt für Schritt zur schlanken Linie

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Viele Ärzte im Krankenhaus verbinden mit der Digitalisierung die Hoffnung auf Arbeitserleichterungen. Zugleich beklagen sie mangelhafte Vorbereitung und Umsetzung, so eine Umfrage. mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »