Ärzte Zeitung, 28.06.2013

Frühe Hilfen

Es hapert bei der Vernetzung

BERLIN. 500 Tage nach Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes hat die Bundesregierung eher eine ernüchternde Bilanz gezogen. Trotz guter Ansätze sei man bislang "noch nicht so weit gekommen wie gewünscht."

Dies erklärte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beim Kinder- und Jugendärztetag in Berlin.

Stroppe stellte heraus, dass insbesondere die im Bundeskinderschutzgesetz enthaltene "Bundesinitiative Frühe Hilfen" ermutigende Ansätze bei der Intervention und Prävention bewirkt habe.

Dies sei deshalb bemerkenswert, weil ähnliche politische Ansätze vor vier Jahren "krachend gescheitert" seien. Man habe mit einem Finanzvolumen von 177 Millionen Euro bis 2015 einen Rahmen geschaffen, der von den Ländern und Kommunen nun mit Leben gefüllt werden müsse.

Bislang sei es aber nicht gelungen, die Jugend- und Gesundheitshilfe so zu verzahnen, dass integrierte und vernetzte Angebote mit fließenden Übergängen etabliert werden konnten.

Auch habe man es bisher nicht geschafft, speziell die Kinder- und Jugendärzte und auch andere Mediziner flächendeckend im System der Frühen Hilfen zu verankern. Bis zur Evaluation 2015 wolle man, so Stroppe, diese Defizite angehen. Wie das genau passieren soll, blieb indes offen. (ras)

Topics
Schlagworte
Prävention (3168)
Personen
Lutz Stroppe (75)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »