Ärzte Zeitung, 25.11.2013
 

Vorsorge

Barmer will Männer in Betrieben fit machen

Männer sind nach wie vor Präventionsmuffel. Jetzt hat die Barmer GEK in Schleswig-Holstein eine neue Strategie: Sie will die Männer mit Vorsorge-Angeboten am Arbeitsplatz erreichen.

arbeitsplatz-A.jpg

Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle sind bei Männern mittleren Alters der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit.

© Gina Sanders / fotolia.com

KIEL. Die Barmer GEK im Norden will das Gesundheitsbewusstsein der Männer über die Betriebe stärken. Dazu ist nach Erfahrungen der Kasse aber noch viel Überzeugungsarbeit bei den Arbeitgebern erforderlich.

Arbeitsplätze für Pflegekräfte, Krankenschwestern, Handwerker und Büroarbeiter unmittelbar nebeneinander: die Mühlenbergklinik Bad Malente hat die Arbeitsstätten verschiedener Berufe wirklichkeitsgetreu nachgebaut.

Beschäftigte können hier unter Anleitung von Ergotherapeuten lernen, wie sie sich gesundheitsbewusst am Arbeitsplatz verhalten.

Nicht alle Arbeitgeber aufgeschlossen für Gesundheitsangebote im Betrieb

Der ärztliche Direktor Professor Eike Hoberg hat schon vor der Eröffnung positive Resonanz auch von Arbeitgebern auf das Angebot erfahren.

Nach Beobachtung der Barmer GEK Schleswig-Holstein sind aber längst nicht alle Arbeitgeber aufgeschlossen für Gesundheitsangebote im Betrieb.

"Dafür müssen wir viel Überzeugungsarbeit leisten", sagte Landesgeschäftsführer Thomas Wortmann bei der Präsentation des aktuellen Gesundheitsreports, der sich der Männergesundheit widmet.

Um Männer besser zu erreichen, schlägt die Kasse den Weg über die Arbeitgeber ein. "Wir wollen mit den Unternehmen Angebote schaffen, die auf die spezielle Tätigkeit ausgerichtet sind", kündigte Wortmann an.

Damit sollen bestehende Angebote etwa zur Ernährung, Rückengesundheit oder Nichtraucherkurse ergänzt werden.

Aus gutem Grund: Noch immer sind Männer für solche Angebote weniger empfänglich. Wortmann macht dafür auch das traditionelle Rollenverständnis in der Gesellschaft verantwortlich.

Die Änderung des Lebensstils wird aber von der Kasse und auch von Hoberg als wichtiger Präventionsansatz betrachtet.

Bandscheibenvorfälle führen zu vielen Krankschreibungen

Der Gesundheitsreport zeigt, dass junge Männer in erster Linie wegen Verletzungen arbeitsunfähig sind. Im mittleren Lebensalter sind Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle der häufigste Grund für Krankschreibungen.

Im höheren Alter sind meist Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Ursache. Um über Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und ungesunde Ernährung aufzuklären, hält Hoberg Informationen über Medien, aber auch von Selbsthilfegruppen für wirkungsvoll.

Gesundheitsbewusstes Verhalten am Arbeitsplatz dagegen kann nun unter Anleitung von Fachleuten an seiner Klinik erlernt werden. (di)

[17.12.2013, 19:16:26]
Wolfgang Ebinger 
Wieso in Arbeitsplätze investieren, wenn die Krankenkasse zahlt?!?
Zitat: "Nach Beobachtung der Barmer GEK Schleswig-Holstein sind aber längst nicht alle Arbeitgeber aufgeschlossen für Gesundheitsangebote im Betrieb."

Man kann über diesen Satz und die damit verbundene Kurzsichtigkeit nur den Kopf schütteln und sich leise weinend abwenden.

Darum: wer sich nicht selbst kümmert, der wird früher oder später "Rücken" kriegen. Garantiert!

Ich verweise gern noch einmal auf meine neueste Errungenschaft: einen "DESK-DESK". Nicht sehr spektakulär aber dafür um so effektiver. Hilft enorm, den eigenen Schweinehund zu überwinden und unregelmäßig aufzustehen, statt sich kaputtzusitzen.

Zur Nachahmung empfohlen. Infos gibts unter www.desk-desk.de zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Bei PKV und GKV sind viele Optionen möglich

16.30 hEine Bürgerversicherung "pur" wird es mit der Union nicht geben. Für Veränderungen im Versicherungssystem zeigen sich CDU/CSU aber offen. mehr »

Mehr Qualität beim Ultraschall nötig

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine geringe Treffsicherheit. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren. mehr »