Ärzte Zeitung online, 13.02.2014

BZgA

Film-Botschaften gegen Nikotin und Alkohol

Auch die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung weiß: Im Kampf gegen Nikotin und Alkohol kann man Jugendliche nicht über den Schulunterricht erreichen. Sie setzt auf Formate wie Jugendfilmtage.

KÖLN. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat am Dienstag in Köln ihr Projekt "Jugendfilmtage" gestartet. Unter anderem in Städten wie Berlin, Münster und Erfurt werden in den kommenden Monaten Filme zum Thema "Nikotin und Alkohol - Alltagsdrogen im Visier" gezeigt.

Die Aktion richtet sich an Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren und ist Teil der bundesweiten Jugendkampagnen "rauchfrei", "Null Alkohol - Voll Power!" und "Alkohol? Kenn dein Limit." der BZgA.

Die Schulklassen sehen die Filme in örtlichen Kinos und können sich im Vorfeld bei Mitmach-Aktionen über Rauchen und Alkohol informieren. Lehrer der teilnehmenden Klassen werden vorher in Seminaren zu den Themen geschult.

"Über den Schulunterricht erreicht man Jugendliche nicht", sagt Professor Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. "Wir brauchen deshalb solche Formate wie die Jugendfilmtage, um sie auf die Gefahren hinzuweisen." Mehr als 14 000 Schüler will die Zentrale mit der Aktion erreichen.

Immer weniger Raucher

Die Zahl der Jugendlichen, die rauchen und Alkohol trinken, geht seit Jahren zurück. Laut einer repräsentativen Befragung der BZgA hat sich die Zahl der zwölf- bis 17-jährigen Raucher seit 2001 mehr als halbiert. Nur zwölf Prozent der Jugendlichen dieser Altersgruppe geben an zu rauchen. Pott hält dies für einen Erfolg der BZgA. "Die Studien zeigen, dass unsere Präventionsarbeit die Jugendlichen erreicht."

Die Untersuchungen zeigen außerdem, dass mehr als 70 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren überhaupt nicht mehr rauchen. "Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch in Zukunft weniger damit anfangen", erläutert Pott. Deshalb sei die Prävention besonders wichtig.

Einen ähnlichen Trend gibt es auch beim Alkoholkonsum. Nur noch 15,2 Prozent der befragten Jugendlichen geben an, sich einmal pro Monat in den Rausch zu trinken. Vor zehn Jahren waren es noch 22,6 Prozent. "Die Zahl ist zwar immer noch viel zu hoch", sagt Pott. Der Rückgang sei aber bereits ein erster Erfolg.

Trotz dieser positiven Entwicklungen sieht die BZgA weiterhin Handlungsbedarf. Denn immer noch 14,2 Prozent der Jugendlichen trinken wöchentlich Alkohol. Vor allem Jungen greifen regelmäßig zur Flasche. "Wir dürfen uns auf unseren Erfolgen nicht ausruhen", sagt Pott. "Wir müssen genau da weitermachen." (ld)

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