Ärzte Zeitung App, 06.11.2014

Kindesmissbrauch

Frühe Hilfen für potenzielle Täter

BERLIN. Um Kindesmissbrauch zu verhindern, startet die Berliner Universitätsklinik Charité ein weiteres Projekt aufbauend auf dem bundesweit etablierten Präventionsprogramm "Kein Täter werden".

Die Uniklinik bietet in Kooperation mit dem Berliner Vivantes Klinikum am Friedrichshain ein Programm für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, deren sexuelle Fantasien sich auf Kinder richten.

"Erwachsene mit dieser sexuellen Neigung verweisen immer wieder auf den Beginn ihrer auf Kinder bezogenen sexuell erregenden Fantasien im Jugendalter", begründet Projektleiter Professor Klaus M. Beier von der Charité das neue Angebot.

Das Bundesfamilienministerium fördert das Projekt für drei Jahre mit 676.000 Euro. "Wir müssen dafür sorgen, dass es gar nicht erst zu sexueller Gewalt kommt. Zu einem umfassenden Kinderschutz gehört daher auch, dass potenzielle Täter möglichst früh therapeutische Hilfen erhalten", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD).

Das Programm umfasst eine differenzierte Diagnostik und darauf aufbauende Einzelgespräche. Dabei sollen die Jugendlichen lernen, Verantwortung für ihre Neigung zu übernehmen und ihr Verhalten zu kontrollieren.

Auch die Eltern werden gegebenenfalls einbezogen. Den Kontakt zu den Jugendlichen und erste Informationen soll die Homepage www.du-traeumst-von-ihnen.de ermöglichen. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »