Ärzte Zeitung online, 07.01.2015

Prävention

Norddeutsche vertrauen primär auf Ärzte

Eine neue Umfrage im Auftrag der TK zeigt: Die meisten Patienten in Norddeutschland setzen in Präventionsfragen hauptsächlich auf das Fachwissen ihres Arztes.

KIEL. Geht es um Fragen rund um Prävention, so sind die Ärzte Ansprechpartner Nummer eins für norddeutsche Patienten.

Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) und verweist auf die Ergebnisse einer von ihr beauftragten Forsa-Umfrage unter 2001 Erwachsenen.

Demnach haben acht von zehn Befragten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern angegeben, die Ärzte zu kontaktieren, wenn es um Fachwissen zum Thema Prävention geht.

Erst danach wenden sich die Menschen an die Krankenkassen (sieben von zehn), an staatliche Stellen (vier von zehn) und private Anbieter wie Fitnessstudios (jeder Vierte).

Wie die TK berichtet, sind 41 Prozent der befragten Norddeutschen ohnehin davon überzeugt, bereits einen ausreichend gesunden Lebensstil zu pflegen. 59 Prozent gestanden, dass sie etwas mehr für ihre Gesundheit tun könnten.

Die Menschen in Deutschland zu mehr Prävention zu bewegen, ist auch das Ziel der Bundesregierung. 2016 soll ein neues Präventionsgesetz in Kraft treten.

Insgesamt 500 Millionen Euro sollen dann für Leistungen bereitstehen, um den Kampf gegen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck zu forcieren.

Für die Finanzierung sollen die Krankenkassen aufkommen, indem sie ihre Leistungen erhöhen: Von aktuell drei Euro je Versichertem auf mindestens sieben Euro.

"Mit Prävention kann man Leiden verhindern, indem Menschen gar nicht erst krank werden. Hier ist jeder Euro gut investiert", sagt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein.

Es sei richtig, den Beitrag der Krankenkassen für Prävention hochzusetzen. Allerdings nur, so schränkt Brunkhorst ein, "wenn die Beitragsgelder der Versicherten auch sinnvoll eingesetzt werden".

In einer Mitteilung betont er: "Die große politische Hoffnung, dem Gesundheitssystem dadurch Geld zu sparen, ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt." (ths)

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