Ärzte Zeitung, 02.02.2016
 

Kommentar zu Arbeitsunfähigkeit

Kassen-Konzepte sind gefragt

Von Dirk Schnack

Ältere Arbeitnehmer sind nicht häufiger krank als ihre jungen Kollegen. Wenn sie aber krank werden, fallen sie in aller Regel länger aus. Krankenkassen und Führungsetagen in Unternehmen wissen das. Umso erstaunlicher, dass viele Betriebe daraus bislang nur eine Lehre gezogen haben: nämlich vorwiegend auf jüngere Kollegen zu setzen. Diese kurzsichtige Denkweise könnte sich rächen.

In Zeiten des Fachkräftemangels fahren die Unternehmen gut, die frühzeitig auf Konzepte zur Bindung der erfahrenen Beschäftigten gesetzt haben. Fakt ist: Ältere Arbeitnehmer benötigen mehr Erholung, um weiterhin ihre gewohnte Leistung zu bringen. Wenn sie sie nicht bekommen, droht Krankenstand.

Erste Unternehmen zeigen mit Erholungstagen für ältere Arbeitnehmer, wie diese langfristig im Arbeitsleben bleiben können, ohne verschlissen zu werden. Betriebsärzte sind hier in einer Schlüsselrolle, um solche Konzepte durchzusetzen.

Aber auch Krankenkassen können auf die Chefetagen und Belegschaften einwirken, indem sie umfassend aufklären und bei der Umsetzung entsprechender Konzepte begleiten. Für Kleinbetriebe fehlen diese Konzepte bislang weitgehend. Verbundlösungen müssen geschaffen werden.

Dabei aber nur an die häufig überlasteten Firmeninhaber zu appellieren und auf deren Aktivitäten zu hoffen, wäre blauäugig. Hier ist Initiative der Kassen gefordert - auch die profitieren von einem niedrigen Krankenstand.

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Barmer: Mehr Prävention in Hamburger Betrieben möglich

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