Ärzte Zeitung, 13.06.2016

Studie läuft

Screening auf Diabetes in der Notaufnahme

In Kliniknotaufnahmen können bislang nicht entdeckte Diabetiker erkannt werden.

BERLIN. Es erscheint prinzipiell möglich, Patienten, die die Notaufnahme einer Klinik in Anspruch nehmen, bei dieser Gelegenheit auf eine Diabetes-Erkrankung zu untersuchen. Pro Check fallen dabei Kosten in Höhe von etwa 2,50 Euro an.

Ein solches Screening, mit dem die Dunkelziffer bei Diabetes vermindert werden und die betroffenen Patienten früher eine adäquate Therapie erhalten können, wird gegenwärtig in einer Studie am Klinikum Ernst-von-Bergmann in Potsdam praktiziert. Über erste Erfahrungen berichtete Dr. Ortrud Vargas Hein am Stand von Sanofi während des Hauptstadtkongresses am Freitag in Berlin.

In den ersten zwei Monaten wurden 1068 Patienten ein Frage- und Informationsbogen ausgehändigt, 41 Prozent stimmten der Teilnahme am Screening zu. Bei 86 Prozent der Teilnehmer lag der HbA1c-Wert unter 5,7, bei zehn Prozent zwischen 5,7 und 6,4, bei drei Prozent jenseits von 6,4 Prozent.

Im kritischen Bereich folgt automatisch eine weiterführende Diagnostik, gegebenenfalls ein diabetisches Konsil oder eine Ernährungsberatung, sofern die Patienten stationär aufgenommen werden. Ansonsten wird ihnen empfohlen, den Hausarzt oder einen niedergelassenen Diabetologen zu konsultieren.

Die Studie läuft über sechs Monate und soll auf zwei weitere Kliniken und auf Polikliniken in der Umgebung von Potsdam ausgedehnt werden. (HL)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »