Ärzte Zeitung, 31.10.2016

Nanotechnologie

Grüne üben heftige Kritik an Regierung

BERLIN. Die Bundesregierung tut aus Sicht der Grünen zu wenig dafür, Verbraucher über umstrittene Nanotechnologie in Kosmetik, Lebensmitteln und anderen Stoffen zu informieren.

"Die Bundesregierung plant derzeit keine Einrichtung eines nationalen Nanoproduktregisters", heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach verfügt die Bundesregierung über "keine übergreifenden, sondern lediglich einzelne Kenntnisse" über Produkte, in denen die winzigen Partikel verwendet werden.

Nanostrukturen sind etwa Teilchen oder Schichten, die über 1000 mal dünner sind als der Durchmesser eines Menschenhaares. Ob bestimmte Nanoteilchen etwa in Sprays der Gesundheit oder der Umwelt schaden, ist umstritten. Der Bund setzt darauf, dass künftig ein "Nano Observatory" der Europäischen Union ausreichend Transparenz bringen wird. Dort werden nach Darstellung der Grünen aber nur bereits bekannte Informationen zusammengetragen, statt ein umfassendes Register über Sprays, Kleidung, Elektronik und andere Produkte zu erstellen, in denen die Technologie vorkommt. "Bisher mangelt es an Transparenz und die winzigen Teilchen fallen durch die Lücken der Gesetzgebung", kritisierte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Peter Meiwald, am Freitag. Verbraucher hätten ein Recht zu erfahren, wo "Nano" drinstecke und welche Risiken damit verbunden sein könnten. "Der Skandal dabei ist: Dieser Mangel an Transparenz und Information scheint die Bundesregierung nicht einmal zu stören." Andere europäische Länder, etwa Dänemark oder Frankreich, haben nationale Register. (dpa)

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