Ärzte Zeitung, 07.02.2017

Antibiotika-Resistenzen

Gröhe startet Programm gegen Keime

Resistente Keime beunruhigen weltweit. In Deutschland starten nun Forschungsprogramme.

BERLIN. Die weltweit wachsende Antibiotika-Resistenz der Erreger alarmiert die Gesundheitspolitiker weltweit. Offiziellen Regierungsangaben zufolge müssen weltweit rund 700.000 Menschen im Jahr sterben, weil Antibiotika nicht wirken oder nicht verfügbar sind. Beim Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrieländer im Juli in Hamburg will Deutschland das Thema erneut auf die Agenda der internationalen Politik setzen.

Nach Regierungsangaben verfügen weltweit nur etwa 50 Länder über nationale Strategien zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen, 100 Länder haben zumindest Überwachungssysteme und weniger als 80 Länder haben derzeit Programme zur Infektionsprävention und Kontrolle von Antibiotika-Resistenzen.

Deutschland hat in dieser Woche einen Förderschwerpunkt "Antibiotika-Resistenzen und nosokomiale Infektionen" gestartet. Mit vier Millionen Euro fördert das Gesundheitsministerium sieben Projekte. Eines davon beschäftigt sich mit der Frage, wie die Bevölkerung besser über die Antibiotika und die Resistenzbildung informiert werden kann.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verwies am Montag darauf, dass zusätzlich zur Humanmedizin und der Klinikhygiene auch der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und die Forschung an neuen Antibiotika in den Blick genommen und untersucht werden sollen. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »