Ärzte Zeitung online, 24.05.2017

Weltnichtrauchertag

Rauchen in Deutschland weiter voll im Trend

Mit 16,3 Millionen Rauchern befindet sich Deutschland noch immer unter den Top-Ten Staaten mit den meisten Tabakkonsumenten. Damit sich dies ändert, fordert das Aktionsbündnis Nichtrauchen klarere Verbote als bislang.

BERLIN. Bereits zum 30. Mal steht am 31. Mai der Weltnichtrauchertag an. Trotz dieses Jubiläums erscheint ein Deutschland frei von Rauchern als hehres Ziel: Ein Viertel aller Erwachsenen hierzulande raucht. Unter den Minderjährigen liegt die Raucherquote bei acht Prozent. Jeder siebte Todesfall ist auf Tabakkonsum zurückzuführen. Das entspricht 121.000 Menschen im Jahr. "Rauchen zählt nach wie vor zum größten vermeidbaren Gesundheitsrisiko überhaupt", so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, im Vorfeld des Nichtrauchertages in Berlin.

Trotz wichtiger Impulse wie der Einführung von bildlichen Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen oder der Einführung von Nichtraucherschutzgesetzen zähle Deutschland mit 16,3 Millionen Rauchern noch immer zu den Staaten mit den meisten Konsumenten weltweit, kritisierte Nettekoven.

Damit sich das ändert, fordert das Aktionsbündnis Nichtrauchen – ein Zusammenschluss aus Deutscher Krebshilfe und 14 weiteren bundesweit tätigen Gesundheitsorganisationen – noch konsequentere Schritte: Wichtig sei ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz durch eine bundeseinheitliche Regelung. "Die jetzige Gesetzgebung in den einzelnen Bundesländern ist lückenhaft und bietet Raum für Interpretationen", bemängelte Dr. Martina Pötschke-Langer, die dem Aktionsbündnis vorsitzt. Darüber hinaus müsse es deutliche Steuererhöhungen für Tabakprodukte geben. Auch solle es verboten sein, im Auto zu rauchen, wenn Minderjährige mitfahren.

Neben den drastischen Auswirkungen auf die Gesundheit hat das Rauchen der Deutschen Krebshilfe zufolge auch ökonomische Folgen: Pro Jahr entstehe der deutschen Volkswirtschaft ein Schaden von 80 Milliarden Euro, davon entfielen 25,4 Milliarden auf das Gesundheitssystem und 53,7 Milliarden entstünden durch Produktionsausfälle und Frühverrentung, Ein Raucher, der täglich eine Schachtel Zigaretten konsumiere, verliere in zehn Jahren 18.000 Euro, pro Monat gebe er allein 150 Euro nur für das Rauchen aus.

"Viele Raucher, vor allem diejenigen mit niedrigem Haushaltseinkommen, geben bis zu zehn Prozent davon für Tabak aus", betonte Pöttschke-Langer. Mit steigendem Einkommen sinke der Raucheranteil (mam).

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