Ärzte Zeitung online, 21.08.2017
 

Suchtbericht 2017

Hilfe für Kinder Süchtiger

Ein Kommentar von Wolfgang Van den bergh

Der aktuelle Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zeigt einmal mehr, wie vielschichtig das Problem ist. Zwar ist der Trend beim Tabak- und Alkoholkonsum rückläufig, gleichzeitig wächst wieder die Bereitschaft vieler junger Menschen, Cannabis zu probieren.

Drogenbeauftragte Marlene Mortler warnt mit Blick auf den gestiegenen Wirkstoffgehalt vor gesundheitlichen Gefahren und vor einer Verharmlosung von Cannabis. Dem wolle sie Fakten entgegensetzen, heißt es. Damit platziert sie ihre politische Botschaft an Grüne, Linke und Teile der SPD und der FDP, die sich für einen liberalen Umgang mit Cannabis aussprechen. Grünen-Sprecher Terpe kontert und wirft der Bundesregierung Verbotspolitik vor. Der Wahlkampf lässt grüßen.

Viel wichtiger ist Mortlers Einsatz für die Kinder suchtkranker Menschen. Eine gezielte Betreuung könnte dazu beitragen, dass mehr als nur ein Drittel dieser Kinder von einer Drogenkarriere abgehalten werden. Doch die Aufforderung an Bund, Länder und Kommunen, "ihre Hausaufgaben zu machen", klingt eher vollmundig und wenig konkret.

Das Problem dürfte Städten und Gemeinden lange bekannt sein, was sie brauchen, ist eine einheitliche Strategie und Geld für den Aufbau geeigneter Hilfsangebote.

Lesen Sie dazu auch:
Suchtbericht 2017: Mortler prangert Sucht im Elternhaus an

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »