Ärzte Zeitung online, 01.11.2017

Pflege

Großes Interesse an Prävention

Umfrage zeigt: Betroffene wollen mehr Informationen über entlastende und präventive Angebote.

KÖLN. Pflegebedürftige und pflegende Angehörige haben großen Nachholbedarf, was Informationen zum Thema Prävention betrifft. Das zeigt eine Umfrage des zum Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) gehörenden Unternehmens Compass Pflegeberatung. Deshalb entwickelt Compass jetzt ein speziell auf die Prävention ausgerichtetes Konzept für die Pflegeberatung.

Die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen hatte 107 Pflegebedürftige und ihre Angehörigen befragt. Von ihnen gaben 72 Prozent an, dass sie sich vom Beratungsgespräch mehr entlastende und damit verbunden auch präventive Angebote erwarten.

25 Prozent wünschen sich Informationen rund um die finanzielle und die rechtliche Vorsorge mit Blick auf die Pflegebedürftigkeit, etwa die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht. PKV-Kunden können die Beratung auch schon vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit in Anspruch nehmen. Auch Angehörige haben einen Beratungsanspruch.

An präventiven Maßnahmen rund um einen gesunden Lebensstil besteht ebenfalls Interesse. 18 Prozent nannten das physische Wohlbefinden als Thema, 14 Prozent die soziale Teilhabe, 15 Prozent Bewegung, zwölf Prozent Ernährung und zehn Prozent Hygiene. Dagegen ist das Interesse an der Sucht- und der Gewaltprävention mit jeweils drei Prozent nur gering.

Ergänzt wurde die Kunden-Befragung durch qualifizierte Interviews mit Pflegeberaterinnen und -beratern, berichtet Compass-Sprecherin Dr. Sylke Wetstein. Auf Basis der Ergebnisse will das Unternehmen gemeinsam mit der Landesvereinigung ein Präventionskonzept für die Pflegeberatung erstellen. Dabei geht es sowohl um Angebote, die die Pflegebedürftigen bei der Erhaltung des Status Quo unterstützen, als auch um Maßnahmen, die pflegende Angehörige vor Überforderung schützen.

Das Konzept soll bis Ende des Jahres vorliegen. "Nächstes Jahr beginnen wir dann damit, es in der Beratungspraxis umzusetzen", sagt Wetstein. (iss)

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