Ärzte Zeitung online, 28.11.2017
 

Paul-Ehrlich-Institut

Versorgung mit Impfstoffen ist gesichert

LANGEN. In der Diskussion um Lieferengpässe bei Impfstoffen gibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Entwarnung: "Die Bevölkerung in Deutschland ist mit Impfstoffen gut versorgt", so PEI-Präsident Professor Klaus Cichutek in einer Mitteilung. Das Institut reagiert damit auf den Vorstoß der Ärztekammer Hessen, ein verpflichtendes Impfregister zu schaffen. Laut der Kammer ist die Versorgung in bestimmten Bereichen "bereits jetzt akut gefährdet".

Dem widerspricht das PEI. Die Meldung eines Lieferengpasses bedeute nicht automatisch einen Versorgungsengpass, da sich zu diesem Zeitpunkt noch Impfstoffe in der Handelskette befänden und so rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden könnten. Wie das PEI berichtet, hätten alle Zulassungsinhaber von Impfstoffen in Deutschland gegenüber dem Institut schriftlich eine Verbindlichkeitserklärung abgegeben, dass sie einen Lieferengpass melden, wenn absehbar sei, dass innerhalb von 14 Tagen keine weitere Auslieferung aus ihren Lagern erfolgen könne.

"Die Verbindlichkeitserklärung führte bisher zu einer lückenlosen und zeitnahen Meldung der Impfstoffhersteller über drohende Lieferengpässe, so dass im Vorfeld reagiert werden konnte", sagt die mit dem Thema Lieferengpässe beim Paul-Ehrlich-Institut betraute Abteilungsleiterin, Professor Isabelle Bekeredjian-Ding.

Außerdem stellt das PEI klar: Die in der Pressemitteilung der Landesärztekammer Hessen genannten Vierfach-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio seien in den vergangenen Monaten zwar wiederholt von Lieferengpässen betroffen gewesen. Davon sei aber zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Gesundheit der impfwilligen Patienten ausgegangen, denn in der Regel hätten alternative Impfstoffprodukte dieser Art zur Verfügung gestanden. Und anders als in der Pressemitteilung kommuniziert, hätte es im vergangenen Jahr Engpässe bei Impfstoffen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken nicht über mehrere Monate, sondern nur einmalig für vier Wochen gegeben. (reh)

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