Ärzte Zeitung online, 16.01.2018

AOK Plus

Mehr Qualität für Präventionskurse

Neueste wissenschaftliche Standards sind Maßstab für Präventionskurse, die die AOK Plus in Sachsen ihren Versicherten anbietet.

Von Sven Eichstätt

LEIPZIG. Die Präventionskurse der AOK Plus in Sachsen werden seit diesem Jahr unter neuen Standards angeboten. Wie die Kasse mitteilte, hat sie ihre therapiebegleitenden Vorsorgeprogramme zusammen mit Wissenschaftlern weiterentwickelt. Sie sollen auf neuesten wissenschaftlichen Standards aufbauen. Dabei seien auch aktuelle Erkenntnisse aus der Verhaltenstherapie eingeflossen. Die Kursleiter wurden in mehrtägigen Seminaren trainiert, um moderne Interventionsstrategien intuitiv umsetzen zu können.

Daniel Richter, im Vitamed Gesundheitszentrum in Delitzsch für die Sekundärprävention zuständig, hat an den Schulungen der AOK Plus teilgenommen. Er berichtet, dass künftig in einem Onlineportal der Kasse für die Kursanbieter gesundheitsrelevante Daten wie Blutdruck, Gewicht und Antworten zum Wohlbefinden erfasst und über den Zeitraum des Kurses verglichen werden. "Ebenfalls neu ist, dass die Kursleiter mit den Teilnehmern ein Vorgespräch sowie zwei Nachgespräche führen", ergänzt Richter. Das Vorgespräch werde als Einzelgespräch zwischen Therapeut und Teilnehmer geführt. "Bei diesem Gespräch wird ein Basistest durchgeführt, um die Stärken und Schwächen der Patienten zu erfassen, sodass in den nachfolgenden Programmeinheiten viel individueller auf die Einzelnen eingegangen werden kann", sagte er.

In den zwei Nachgesprächen, welche drei und sechs Monate später stattfinden, würden die gesundheitsrelevanten Daten erneut erhoben, "um die Effekte nochmals zu evaluieren und die Motivation der Teilnehmer weiterhin hochzuhalten und die Nachhaltigkeit des Programms zu überprüfen".

Richter berichtet weiter davon, dass "die Bewegungs- und Ernährungstherapeuten unter Aufsicht von Psychologen kleine Rollenspiele durchführten, um typische Gesprächssituationen vor allem mit schwierigen Patienten gut zu meistern und auf die Bedürfnisse dieser Patienten auf spezielle und individuelle Weise einzugehen".

Die Kurse sind für Frauen und Männer vorgesehen, die an ersten Rücken- und Herz-Kreislauf-Beschwerden leiden, die Übergewicht oder ernährungsbedingte Erkrankungen haben und die verhindern möchten, dass sich die gesundheitlichen Probleme verschlimmern. Kinder können in Begleitung eines Erwachsenen auch an Einzelberatungen zur Ernährung teilnehmen. Die Teilnehmer werden bis zu neun Monate lang betreut und benötigen die Empfehlung eines Arztes, der einen Antrag auf Sekundärprävention stellen muss.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erhöhtes Krebsrisiko durch Kuhmilch und Rindfleisch?

Forscher sind krebsauslösenden Agenzien auf der Spur, die in Milch und Rindfleisch stecken. Sie sind dadurch wohl auch auf den Grund gestoßen, warum Stillen das Krebsrisiko senkt. mehr »

Homöopathie-Ausschluss für CME-Punkte?

Werden in Berlin künftig keine CME-Punkte mehr für Fortbildungsveranstaltungen zur Homöopathie vergeben? Die Diskussion darüber läuft noch. mehr »

Dort, wo die Folgekoloskopie nötig ist, erfolgt sie oft nicht

Bei der Nachsorge von Patienten nach Screening-Koloskopien besteht eine erhebliche Über- und Unterdiagnostik - je nach Adenomtyp, so Daten der KolosSal-Studie. mehr »