Ärzte Zeitung online, 31.03.2018

Krebsregister

Bremen kämpft mit Startschwierigkeiten

Ärzte und Krankenhäuser klagen über Probleme bei der Meldung von Krankheitsfällen ans klinische Krebsregister in Bremen. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Von Christian Beneker

Bremen kämpft mit Startschwierigkeiten

Meldungen ans Krebsregister sind theoretisch mit wenigen Klicks möglich – doch so mancher Arzt berichtet von Problemen.

© Siemens / digitalstock

BREMEN. Das klinische Krebsregister Bremen kämpft mit "Startschwierigkeiten". Das teilt die KV Bremen (KVHB) mit.

Unterschiedliche Erfassungssystematiken und Datenformate oder schlicht die Gewöhnung an neue Online-Formulare würden manchem Nutzer das Leben schwer machen. Nach Angaben des Krebsregisters ist ein Ende der Probleme allerdings absehbar. Mitte April soll außerdem auch Geld für die Meldungen fließen.

Laut KVHB hat Bremen "als eines der letzten Länder" im September 2017 die neue Software in Betrieb genommen und kurz darauf auch das Melderportal freigeschaltet.

Darüber können Ärzte und Kliniken Diagnose, Therapien und Verlaufsmeldungen nun aus ihren eigenen Systemen als Datenpaket ans Register melden oder direkt auf die Homepage des Registers zugreifen und die Daten per Hand einpflegen.

Den ersten Meldeweg beschreiten vor allem Krankenhäuser, weil sie viele Krebspatienten versorgen. "Sie übernehmen die Daten aus ihren eigenen je verschiedenen Krankenhausinformationssystemen beziehungsweise Tumordokumentationssystemen", erklärt Britta Schubert, die organisatorische Leiterin des Bremer Krebsregisters.

Aber diese Datenpakete passten nicht genau mit der Erfassungssystematik des Registers zusammen. Im Vorfeld waren Anpassungen für den Datenexport und das korrekte Datenformat notwendig, sagt Schubert.

Unpraktische Online-Formulare

Den zweiten Weg über die Homepage des Registers nehmen vor allem Praxen mit wenigen Krebspatienten. Die betroffenen Ärzte beklagen sich allerdings über unpraktische Online-Formulare beim Krebsregister. Die Meldungen seien "umständlich, kompliziert und mühsam", beschweren sich laut KV Bremen einige Praxen.

"Einigen betroffenen Ärzten fällt die Umgewöhnung am neuen Meldeverfahren aus verschiedensten Gründen noch etwas schwer, jedoch findet das elektronische Meldeverfahren stetig mehr Akzeptanz", erklärt Schubert.

Auch zwischen Register und Kasse staute sich der Datenfluss. Das Krebsregister spricht von "besonderen Herausforderungen". Inzwischen fließen die Daten aber, sagt Schubert.

Vergütung klappt

Unterdessen hat man beim Bremer Krebsregister noch alle Hände voll zu tun mit Stapeln von Papier-Meldungen aus den Jahren 2016/17. Im Jahr 2015 wurde den Meldern die Papiermeldung als Übergangslösung bis zur Einführung der neuen Software eingeräumt.

Denn wie in anderen Ländern fehlte auch in Bremen eine Software, die die Anforderungen der klinischen Krebsregistrierung erfüllen konnte. Mehr als zwei Jahren meldeten die Bremer Ärzte und Kliniken also auf Papierbögen. Bis heute werden sie "chronologisch abgearbeitet", hieß es.

Dafür klappt es an der Weser aber mit der Bezahlung, berichtet Schubert. Alle noch ausstehenden Meldevergütungen können jetzt nach und nach zur Abrechnung gebracht werden und werden rückwirkend an die Melder ausgezahlt.

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