Ärzte Zeitung online, 27.04.2018

Landesregierung

U-Untersuchungen werden in Brandenburg besser besucht

Die Erinnerung der Eltern an die Früherkennungsuntersuchungen wirkt – die Teilnahmequote ist gestiegen.

POTSDAM. Das Vorgehen in Brandenburg, Eltern an die Früherkennungsuntersuchungen ihrer Kinder zu erinnern, zeigt Erfolge. Zehn Jahre nach Einführung des "Einladungs- und Rückmeldewesens" zeige sich ein Trend, die U-Untersuchungen wahrzunehmen, heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion. Insbesondere in der Bevölkerung mit niedrigem sozialen Status sei die Wahrnehmung der Früherkennungsuntersuchung gestiegen.

Zahlen, die auf den Schuleingangsuntersuchungen basieren, zeigen, dass die Teilnahmequote 2017 bei allen U-Untersuchungen zwischen 90 (U 7a) und 98 Prozent (U 6) lag. 2008 lag dieser Korridor noch zwischen 83 (U 9) und 98 Prozent (U 6).

Besonders groß ist der Sprung bei der J 1-Untersuchung: 2008 nahmen nur 24 Prozent der Zehntklässler diese Früherkennung in Anspruch, 2017 waren es schon fast 64 Prozent.

Erfolgreich war das Erinnerungsverfahren besonders bei Familien mit niedrigem Sozialindex. Hier stieg die Teilnahmequote in den vergangenen Jahren – mehr als in den Schichten mit mittlerem und hohem Sozialindex. Die Teilnahmequote an der U 1 bis U 9 betrug beispielsweise im Jahr 2007 knapp 59 Prozent, 2017 waren es immerhin 72,5 Prozent.

Zum Vergleich: Bei Familien mit hohem sozialen Status lag die Inanspruchnahme der U 1 bis U 9 bei 89 Prozent. Die Landesregierung geht davon aus, dass der soziale Status der Eltern ausschlaggebend dafür ist, ob die Früherkennung wahrgenommen wird. Auch die Familienkonstellation sowie die Kinderzahl habe Einfluss. So nehmen Alleinerziehende die U-Untersuchungen für ihre Kinder weniger oft in Anspruch als Familien, in denen zwei Erwachsene leben.

Und: Einzelkinder sehen den Arzt öfter als Geschwisterkinder. Lebte im Haushalt nur ein Kind, wurde 2017 in rund 85 Prozent der Fälle die U1 bis U 9 vollständig wahrgenommen. In Familien mit mindestens drei Kindern beträgt die Teilnahmequote nur 75 Prozent. (juk)

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