Ärzte Zeitung online, 14.05.2018

Darmkrebsvorsorge

Spahn fordert schnellen Start des Einladungsverfahrens

Das Einladungsverfahren zur Darmkrebsvorsorge soll nach Verzögerung nun schnell starten.

BERLIN. Jens Spahn (CDU) drückt bei der Darmkrebsvorsorge aufs Tempo. Vor den über 300 geladenen Gästen der 16. Verleihung des Felix Burda Awards im Berliner Adlon versprach der Bundesgesundheitsminister, dass mit der Umsetzung des Einladungsverfahrens noch in diesem Jahr begonnen werde.

Darüber sei er sich mit dem Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) einig, sagte Spahn. 2013 hatte sich der Bundestag im Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz auf ein Einladungsverfahren verständigt und dem GBA eine logistische Vorbereitungsphase von drei Jahren zugestanden. Diese war im April 2016 verstrichen. Spahn: "Das ist schwer zu akzeptieren." Die Felix Burda Stiftung und ihre Partner hatten mehrfach das organisierte Einladungsverfahren gefordert und eine entsprechende "Blaupause" für das Verfahren schon im Mai 2017 unter Federführung vieler Fachgesellschaften verabschiedet.

Auch bei der zweiten Baustelle, Personen mit familiärem Risiko einen Sonderstatus bei der Vorsorge einzuräumen, sicherte der Minister zu, ein entsprechendes Modellprojet in Bayern, das im Rahmen des Innovationsfonds angelaufen sei, genau zu beobachten. Zu der aktuell noch ausstehenden Entscheidung des GBA zu dem Thema und dem Rapid Report, den das IQWiG dazu erarbeitet hat, nahm Spahn nicht Stellung. Der Report soll nach Informationen der "Ärzte Zeitung" am 23. Mai veröffentlicht werden. Der GBA hatte Mitte 2017 das IQWiG um eine erneute Prüfung der Studienlage gebeten. In einer vorherigen Stellungnahme aus dem Jahr 2013 hatte das IQWiG keine Veranlassung gesehen, Menschen mit familiärem Risiko einen früheren Zugang zur Vorsorgekoloskopie zu ermöglichen.

Breite Zustimmung signalisierte Spahn auch bei der Umsetzung des eigentlichen Mottos der Stiftung 2018: "Für Darmkrebs gibt es kein zu jung" – ein Appell, mit dem sich die Stiftungs-Gründerin ausdrücklich an Hausärzte wendet. (vdb)

Lesen Sie dazu auch:
Felix Burda Award : Maar an Ärzte - "Für Darmkrebs gibt es kein zu jung"

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