Ärzte Zeitung online, 01.09.2018

Hessen

Projekt zum Schutz vor Genitalverstümmelung

WIESBADEN. Das Land Hessen stellt in diesem und im kommenden Jahr insgesamt 100.000 Euro für ein Präventions- und Schutzkonzept für von Genitalverstümmelung bedrohte und betroffene Mädchen und Frauen bereit.

Das Projekt habe zum Ziel, den spezifischen Herausforderungen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM, Female Genital Mutilation) zu begegnen, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU).

So solle es Fortbildungen für Fachkräfte geben, Netzwerke geknüpft und betroffene Mädchen und Frauen in ihrer Selbstbestimmung gestärkt werden.

"Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Körperverletzung, die durch nichts zu rechtfertigen ist und in Deutschland ein Straftatbestand", so Grüttner zum Projektbeginn. Mädchen und Frauen litten massiv unter den seelischen und körperlichen Folgen.

Da mit den zahlreichen Flüchtlingen der vergangenen Jahre auch mehr Mädchen und Frauen aus FGM-Ländern nach Hessen gekommen seien und weitere kommen würden, gewännen der achtsame Umgang mit dem Thema und Hilfsangebote für Betroffene zunehmend an Bedeutung, sagte Staatssekretär Kai Klose (Grüne).

Das Projekt wird vom Landesverband pro familia geleitet und wissenschaftlich von der Universitätsklinik Frankfurt begleitet. (bar)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Regierung will faire Kassen-Wahl

16:51 UhrBundesgesundheitsminister Spahn wünscht mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Mit einem neuen Gesetz will er das AOK-System umkrempeln. mehr »

Masern-Impfpflicht im Gespräch

Wird die Masern-Impfung bald Pflicht in Deutschland? Laut SPD befindet sich eine solche Vorlage in Abstimmung mit dem Gesundheitsminister. Die Grünen sind skeptisch. mehr »

Wut und Ärger können Schlaganfälle begünstigen

Menschen, die sich häufig aufregen, sind gefährdeter für Schlaganfälle, zeigen Studien. Das gilt aber nicht für alle. Es spielt womöglich der Status eine Rolle, so eine Analyse. mehr »