Ärzte Zeitung online, 11.02.2019

Aktion für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Es fehlt ein Gesamtkonzept

Ein Kommentar von Wolfgang van den Bergh

vdb

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Diese Woche steht ganz im Zeichen der bundesweiten Aktion für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Etwa drei Millionen Kinder leben in solchen Familien, in denen mindestens ein Elternteil abhängig ist. Es geht um Alkohol, Medikamente und Opioide.

Allein 2,65 Millionen Kinder leben in Familien, in denen Alkohol das Hauptproblem darstellt. Diese Kinder brauchen Unterstützung, fordert die Drogenbeauftragte Marlene Mortler.

Es ist wichtig, dass es solche Aktionswochen gibt, die auf ein Problem aufmerksam machen. Doch was ist das konkrete Ziel – außer nur für ein Thema zu sensibilisieren?

Rückblende: Der Drogenbericht 2017 weist fast wortgleich mit denselben Zahlen auf das Problem hin. Will heißen: In der Zwischenzeit hat sich wenig getan. Nach eineinhalb Jahren zu beklagen, dass Jugendämter und die Suchthilfe nicht koordiniert zusammenarbeiten, ist da schon eher tragisch.

Die Drogenbeauftragte weiß, dass ein Drittel der betroffenen Kinder selbst eine Suchterkrankung entwickelt und ein weiteres Drittel dieser Kinder eine andere psychische Erkrankung.

Das waren ihre Worte im August 2017. Also: Versenden wir weiterhin Prospekte, oder sollte Frau Mortler endlich Bund, Länder und Kommunen auf ein Gesamtkonzept verpflichten?

Lesen Sie dazu auch:
Aktionswoche: Kindern mit suchtkrankem Elternteil helfen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[12.02.2019, 06:42:14]
Dr. Wilhelm J. Unkel 
Zu wenig adäquat bezahltes und wertgeschätztes Personal
Sowohl in der Suchthilfe als auch in den Jugendämtern - die jetzt schon alle überlastet sind und z.T. unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen - gibt es dazu keine freien Kapazitäten. Ohne deutlich mehr Geld für Personal und Wertschätzung auch für die Mitarbeiter/Innen wird sich da nichts bessern.

Dr. W. Unkel, Arzt für Psychiatrie, Psychotherapie, Suchtmedizin. Wunstorf.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neu aufgetretene Migräne bei Älteren ist ein Warnsignal!

Patienten, die erst nach dem 50. Lebensjahr eine Migräne mit Aura entwickeln, haben offenbar ein signifikant erhöhtes Schlaganfallrisiko. Ursache könnten (Mikro-)Embolien sein. mehr »

Diabetes geht auch auf die Knochen

Auch wenn Diabetiker häufig Probleme mit Knochen und Gelenken haben, besteht meist kein kausaler Zusammenhang. Doch es gibt seltene ossäre Erkrankungen, die durch die Stoffwechselerkrankung verursacht werden. mehr »

Weniger Kostenrisiko für zu Pflegende

Über den Bundesrat soll ein Paradigmenwechsel in der Finanzierung der Pflegeversicherung herbeigeführt werden. Ziel: Kostenrisiken von Pflegebedürftigen entschärfen. mehr »