Ärzte Zeitung online, 17.06.2019

Charité-Projekt

Eine App, die vor Sucht warnt

BERLIN. Wie gelingt es Abhängigen, ihre Sucht unter Kontrolle zu halten? Das erforscht federführend die Charité im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zwölf Millionen Euro fließen dafür in den nächsten vier Jahren.

Manchen Suchtkranken gelingt es auch ohne therapeutische Hilfe, die Kontrolle über den Suchtmittelkonsum wiederzugewinnen. „Von ihnen wollen wir lernen: Welche Mechanismen entwickeln sie, um aus dem Abhängigkeitskreislauf auszubrechen? Dieses Wissen möchten wir nutzen, um anderen Abhängigen zu helfen“, sagt Professor Andreas Heinz, von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité.

Ziel ist es, eine App zu entwickeln, die Nutzer warnt, wenn sie die Kontrolle über ihren Suchtmittelkonsum verlieren. Dazu planen die Wissenschaftler Verhaltensbeobachtungen mittels Apps, Kognitionstests, Stimmungsabfragen und bildgebenden Verfahren. So wollen sie erfassen, wie sich die Entscheidungsfindung und kognitive Kontrolle bei substanzabhängigen Menschen verändern und welche Auswirkungen Suchtreize auf ihr Verhalten haben. (ami)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

PrEP-Kapitel neu im EBM

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) als Kassenleistung: Nun stehen die erforderlichen EBM-Abrechnungsziffern fest. mehr »

Psychische Leiden häufiger bei dicker Luft

Liegt Depression in der Luft? Es gibt Hinweise, dass eine miese Luftqualität das Risiko für schwere psychische Erkrankungen steigert. mehr »

Ostdeutsche sind weniger zufrieden

Bürger im Osten stellen ihrer Gesundheitsversorgung vor Ort ein schlechteres Zeugnis aus als dies Westdeutsche tun. Am zufriedensten sind die Bayern. mehr »