Ärzte Zeitung online, 11.09.2019

Kommentar zur Kritik der Diabetesverbände

Diabetes-(Hänge-)Strategie

Die Zeit drängt: Das sagen Diabetes-Experten und fordern von der Politik eine Diabetes-Strategie. Die Blaupause haben sie geliefert.

Von Wolfgang van den Bergh

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Schreiben Sie dem Autor: vdb@springer.com

Es ist eine Hängepartie. Das ist das ernüchternde Fazit, das man ziehen muss, nachdem sich Union und SPD immer noch nicht auf eine Nationale Diabetes-Strategie verständigt haben.

Sieben Millionen Diabetiker gibt es hierzulande, und die Zahlen steigen laut Diabetes-Gesellschaft weiter dramatisch. Dabei war eine Einigung zum Greifen nahe, nachdem Dietrich Monstadt, Berichterstatter für Adipositas und Diabetes in der Union, im November 2018 in der „Ärzte Zeitung“ von einer „persönlichen Zusicherung“ des Bundesgesundheitsministers gesprochen hatte.

Ebenso kündigte er damals Gespräche mit der gesundheitspolitischen Spitze der SPD um Sabine Dittmar an. Im Juni 2019 dann der Rückschlag: keine Einigung mit den Ernährungspolitikern in der Union. Wieder eine Chance vertan.

Jetzt soll der Durchbruch in den nächsten Tagen gelingen, wie Sabine Dittmar versucht, Zuversicht zu verbreiten. Wenn man die unendliche Geschichte um eine Diabetes-Strategie Revue passieren lässt, bleibt Skepsis: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

Lesen Sie dazu auch:
Ungeduldige Fachverbände: Warten auf die Nationale Diabetes-Strategie

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[11.09.2019, 20:58:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die "Gesundheits"-Politik hat ein Riesenproblem...
Sie spricht nicht gerne von wirklich echten Krankheiten wie Diabetes mellitus mit allen Folge- und Begleiterkrankungen.

Sie räsoniert lieber in Sonntagsreden, was man alles tun, lassen, können, dürfen, versuchen, verbieten, besteuern, gestalten und aufbauen könnte, um Wählerinnen und Wählern das Gefühl ewiger Gesundheit und Wohlbefinden zu geben.

Sobald es um die dunklen, hässlichen und destruierenden Aspekte von Krankheit, Leid und Tod geht, setzt man lieber auf andere Tagesordnungspunkte.

Und gerade jetzt, wo Dank der stürmischen SGLT-2-Hemmer- und GLP-1-Agonisten-Entwicklungen die Diabetologie immer kardiologischer und die Kardiologie immer diabetologischer wird, ist eine Nationale Diabetes-Strategie immer dringlicher geworden.

Aber diesmal bitte ohne Querschüsse der DEGAM, welche die Typ-2-Diabetes-Leitlinien der Diabetologischen Fachgesellschaften konterkariert hatte.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)
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