Ärzte Zeitung online, 17.11.2015

Ausbildung

DPtV fordert weiter einen Studiengang Psychotherapie

Die Psychotherapeutenvereinigung begrüßt die Fortschritte einer reformierten Aus- und Weiterbildung von Psychotherapeuten, fordert aber noch mehr.

BERLIN. Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) hält an ihrer Unterstützung einer umfassenden Reform der Psychotherapeutenausbildung fest. "Eine umfassende Reform wird zu mehr Fachlichkeit und zu mehr Schutz für Patienten führen", unterstrich die Bundesvorsitzende des DPtV, Barbara Lubisch, im Anschluss an den Psychotherapeutentag am Samstag in Stuttgart.

Dieser hatte die vom Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer vorgelegten Entwürfe zu Einzelheiten einer reformierten Aus- und Weiterbildung von Psychotherapeuten diskutiert.

Überarbeitung steht im Koalitionsvertrag

Im November letzten Jahres hatten sich zwei Drittel der Delegierten auf dem Psychotherapeutentag für eine umfassende Reform der Psychotherapeutenausbildung ausgesprochen. Laut Koalitionsvereinbarung steht eine Überarbeitung des Psychotherapeutengesetzes samt Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung an.

Den Kritiken einiger Ärzte und Vertreter von Ausbildungsinstituten am Kern der Entwürfe zu einer Reform - einem Direktstudiengang Psychotherapie - erteilte Lubisch eine klare Absage. Hiernach sollen Psychotherapeuten ihre Approbation nach fünfjährigem Studium plus Praktikum erlangen und sich anschließend fünf Jahre lang fortbilden, davon unter anderem zwei Jahre im ambulanten und zwei Jahre im stationären Sektor.

"Das Argument, die Qualität der Versorgung verschlechtere sich und es sei ein ,Arzt light‘ geplant, ist schlichtweg absurd", so Lubisch. Das geplante Studium mit Staatsexamen und Approbation enthalte mehr psychotherapiespezifische Inhalte und Praxiserfahrungen als die derzeitigen Masterstudiengänge in Psychologie oder pädagogischen Fachdisziplinen.

Bislang unklarer rechtlicher Status

Die anschließende Weiterbildung im Entwurf sei zudem mit fünf Jahren wesentlich umfangreicher angelegt als die derzeitige Ausbildung, findet die DPtV. Wegweisend für die finanzielle Situation von Psychotherapeuten in Ausbildung (PiAs) sei zudem das frühzeitige Erlangen der Berufserlaubnis durch Approbation nach dem Studium.

Bislang habe der unklare rechtliche Status von PiAs ausschließlich Nachteile mit sich gebracht, was zu "prekären Lebensumständen über mehrere Jahre hinweg" geführt habe.

Mit einer Berufserlaubnis dagegen erreichten die PiAs den Vergütungsanspruch während der Weiterbildungszeit und könnten so unter angemessenen Bedingungen ihren Facharztstatus erreichen, so der DPtV.

"Wir erwarten, dass die Politik sich an ihre im Koalitionsvertrag getroffene Vereinbarung hält und noch in dieser Legislaturperiode das Psychotherapeutengesetz samt Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung reformiert", betonte Lubisch. ( mam)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[20.11.2015, 08:55:19]
Dipl.-Psych. Werner Dinkelbach 
Direktausbildung
Sehr geehrte Frau Lubisch,

warum merken Sie nicht,daß unser Land ein weitaus größeres psychologisches Problem hat ,als Ihren Haß auf die staatlich anerkannten Institute und Ihre Intention die gute Ausbildung zerstören zu wollen ?

Gruß

Dipl.Psych.W. Dinkelbach zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »