Ärzte Zeitung online, 03.04.2018

Psychotherapie

Grüne werfen Regierung Aussitzen vor

BERLIN. Die Bundesregierung verfügt nicht über "valide Daten" zu den Wartezeiten von Patienten auf eine Psychotherapie.

Auch zu der im April 2017 eingeführten Sprechstunde und Akutbehandlung in der Richtlinienpsychotherapie vermag die Regierung keine neuen Zahlen vorzulegen, heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen im Bundestag.

Aus Sicht von Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, zeigt die Regierung "keinerlei Initiative und Interesse (...), die akuten psychotherapeutischen Versorgungslücken zu schließen". Auch die Reform der Bedarfsplanung gehe nur zäh voran.

Im zweiten Quartal soll nun das vom Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragte Gutachten zur Psychotherapie vorliegen – rund eineinhalb Jahre nach Ablauf der Frist. Indes bekräftigt das Gesundheitsministerium, man werde bei der Bedarfsplanung weiter "darauf drängen, dass der gesetzliche Auftrag zeitnah umgesetzt wird".

Nicht beanstandet hat die Regierung den GBA-Beschluss zur Bedarfsplanung im Ruhrgebiet. Danach sollen für diese Region 85 neue Sitze für Psychotherapeuten geschaffen werden – in einem Gutachten waren 547 empfohlen worden.

Damit würden im Ruhrgebiet 30 Prozent weniger Menschen psychotherapeutisch behandelt als in vergleichbaren Regionen, kritisierte Klein-Schmeink. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Europäische Impfwoche - Same procedure as last year!

Heute starten die Europäischen Impfwochen. Am Beispiel Masern werden beträchtliche Defizite in Deutschland deutlich - und dass es seit Jahren kaum Fortschritte gibt. mehr »

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen und Opposition weht scharfer Gegenwind. mehr »