Ärzte Zeitung online, 27.06.2018

Psychotherapeuten

"Ärzte sind keine Heilmaschinen"

BERLIN. Die Debatte um lange Wartezeiten auf Arzttermine schlägt weiter Wellen. Jetzt hat der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) die Forderung der Krankenkassen nach einer Verlängerung der regulären Praxisöffnungszeiten für Kassenpatienten von 20 auf 25 Stunden, nach Abend- und Wochenendarbeit zurückgewiesen.

"Damit wird eine Vorstellung der ärztlichen und psychotherapeutischen Behandlungstätigkeit geschaffen, in der die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zu Heilmaschinen entwertet werden, die nach Belieben ihre Betriebsdauer und -geschwindigkeit erhöhen können", kritisiert Ulrike Böker, Mitglied des bvvp-Bundesvorstands.

Anders als bei den somatisch tätigen Kollegen herrsche bei den Psychotherapeuten kein Nachwuchsmangel.Fehlende Behandlungskapazitäten bei den Vertragspsychotherapeuten seien nicht durch Mehrarbeit der bereits Niedergelassenen zu lösen.

Vielmehr müssten die Bedarfsplanung und die Zulassungen für junge Ärzte "passgenauer" erfolgen. Das Bundessozialgericht hat die KVen vor Jahresfrist aufgefordert, das tatsächliche Angebot in der Psychotherapie zu ermitteln. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »

Das Brexit-Brimborium

Unser Londoner Blogger Arndt Striegler hat alle Tests bestanden und ist nun britischer Staatsbürger. Doch auch als Passinhaber ist er sich sicher: Die Briten werden nach dem EU-Ausstieg nicht besser dastehen als vorher. mehr »