Ärzte Zeitung, 17.11.2016

Kommentar

Wunsch und Wirklichkeit

Von Christiane Badenberg

Es ist ein frommer Wunsch, allein es fehlt der Glaube. Führende Gesundheitspolitikerinnen von SPD, CDU und Grünen wollen die sektorübergreifende Versorgung stärken, wenn ihre Partei nach der nächsten Bundestagswahl mitregiert.

Jede dieser Parteien hat in den vergangenen Jahren bereits Chancen dazu gehabt. Sie waren in wechselnder Konstellation Teil der Regierung. Aber selbst unter der großen Koalition ist der Fortschritt eine Schnecke.

Der Innovationsfonds stellt zwischen 2016 und 2019 pro Jahr 225 Millionen Euro für innovative Versorgungsprojekte bereit. Das Krankenhausstrukturgesetz sieht vor, Portalpraxen an Kliniken einzurichten, um die Versorgung der Notfallpatienten besser zu steuern. Eine Verpflichtung dazu besteht nicht.

Schon unter Ulla Schmidt flossen zeitweise rund 700 Millionen Euro pro Jahr in die Integrierte Versorgung. Sie waren als Anschubfinanzierung gedacht. Das Geld wurde abgerufen, dann war mit den meisten Verträgen Schluss.

Wer beobachtet, wie sich die Selbstverwaltung in vielen Bereichen gegenseitig blockiert, hat wenig Hoffnung, dass sich ohne politischen Druck auch nur irgendetwas in Richtung sektorübergreifender Versorgung bewegt. Ob dieser Druck nach der nächsten Wahl steigt? Zu wünschen wär es, aber wer glaubt daran?

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