Ärzte Zeitung, 04.11.2013

Sportverletzungen

Behandelt wie Usain Bolt

Versorgt wie ein Profi - ein IV-Vertrag der Techniker Krankenkasse in Schleswig-Holstein soll Patienten mit Sportverletzungen schneller als bisher wieder auf die Beine helfen.

Behandelt wie Usain Bolt

Usain Bolt ist der schnellste Sprinter der Welt. Der Jamaikaner hält den Weltrekord über 100 Meter mit 9,58 Sekunden.

© JIM / Camera 4 / imago

KRONSHAGEN/KIEL. Ein neuer Integrationsvertrag zur Behandlung von Patienten mit Sportverletzungen steht nur eingeschriebenen Patienten der Techniker Krankenkasse in Schleswig-Holstein offen. Die Vertragspartner erhoffen sich Erkenntnisse, von denen auch die Regelversorgung profitieren könnte.

Sportinteressierte wundern sich oft, wie schnell Spitzensportler nach einer Verletzung wieder im Training sind. Einer von denen, die dazu beitragen, ist Dr. Frank Pries.

Der Orthopäde betreut die Deutsche Handballnationalmannschaft und Championsleague-Sieger THW Kiel.

Behandlung im Mare-Klinikum

Bei der Behandlung der Sportler muss er keine Rücksicht auf den GKV-Leistungskatalog nehmen und kann bei Material, Verfahren und Abstimmung mit Therapeuten aus dem Vollen schöpfen.

Im Vordergrund steht die möglichst schnelle Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der hoch bezahlten Profis.

Seit Sommer gilt das auch für die bislang rund 100 geschriebenen Patienten, die sich über einen IV-Vertrag im Mare-Klinikum und den benachbarten Rehazentren "Mare Aktiv" behandeln lassen - auf Kassenkosten der TK.

"Wir können mit diesem Vertrag besser auf individuelle Bedürfnisse eingehen und dazu beitragen, dass Patienten schneller wieder leistungsfähig werden", sagt Pries, der zusammen mit anderen erfahrenen Sportärzten im Mare tätig ist.

Das Belegkrankenhaus steht an der Kieler Stadtgrenze in Kronshagen. Seit Vertragsbeginn im Sommer verzeichnet das siebenköpfige Ärzteteam um Pries eine Verdoppelung der Patientenzahlen von der TK. Er erwartet, dass mehr als 500 Patienten im Jahr über den IV-Vertrag ins Mare kommen werden.

Behandlungslücken soll es nicht geben

Außer innovativen Verfahren etwa zur Knorpelbildung profitieren die verletzten Patienten auch von der engen Abstimmung zur Reha, für die ambulant ein angrenzendes Zentrum mit 41 Therapeuten und stationär die Klinik Schönberg-Holm zuständig ist.

Dabei legen die Verantwortlichen nach Angaben von Mare Aktiv-Geschäftsführer Tim Höper großen Wert auf die Einbeziehung der Patienten, denen deutlich mehr Therapiesitzungen abverlangt werden als in der Regelversorgung. Behandlungslücken soll es nicht geben.

Weitere Leistungserbringer im Norden werden laut TK voraussichtlich nicht in den Genuss eines vergleichbaren Vertrages kommen.

Ziel ist es, bundesweit rund zehn solcher Vereinbarungen abzuschließen, außer in Kronshagen gibt es sie bislang in Rostock und in Halle.

Schleswig-Holsteins TK-Landeschef Dr. Johann Brunkhorst hofft, dass die Erkenntnisse aus den IV-Verträgen später auch der Regelversorgung zugutekommen werden.

Bundesweit hat die Kasse rund 250 IV-Verträge, in Schleswig-Holstein sind es 19. Mit dem neuen Vertrag wird die TK in diesem Jahr im Norden mehr als 10.000 Patienten in IV-Verträgen haben. (di)

[04.11.2013, 19:22:35]
Dr. Horst Grünwoldt 
Doping vs. Therapie
Wie viele Sportärzte und Athleten werden wohl schon durch die unendliche Liste der Anti-Doping-Kämpfer (WADA/NADA) von einer raschen und wirksamen Regeneration der Muskel- und Sehnen-Verletzungen abgeschreckt, bzw. behindert.
Schließlich sind es vor allem das Testosteron, die Gonadotropine und steroiden Anabolika, die heilende Beschleunigung für den benötigten muskulo-skelettalen Leistungs-Apparat haben. Als Depotpräparate hinterlassen sie aber noch lange ihre "Doping-Spur",
ohne daß sie tatsächlich "leistungsfördernd" sind.
Das können sie auch gar nicht, weil alle diese "unerlaubten Mittel" -aber therapeutisch segenssreichen Pharmaka- überhaupt nicht zu einer Muskelzell- Vermehrung taugen, sondern lediglich zur besseren bis optimalen Einlagerung von Glykogen und Protein in die vorgegebene Muskelzell-Zahl, oder wenigstens geringnarbigen Ausheilung beim Faser- oder Bündel-Riss von Sehnen und Bändern.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »
[04.11.2013, 08:08:48]
Norbert Meyer 
Na sowas!
Das gab es bisher auch schon bei mir nur keiner hörte hin, in 23 Jahren lediglich drei Ärzte wurden aufmerksam. Den Rest erledigen die Leitlinien deren Vorgaben für den Heilmittelkatalog von selbst. zum Beitrag »

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