Ärzte Zeitung online, 23.01.2014

Schmerzfreie Stadt Münster

IV-Programme für effiziente Schmerztherapie

Das Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster berichtet über positive Rückmeldungen von Patienten.

KÖLN. Patienten mit Rückenschmerzen profitieren von integrierten Versorgungsprogrammen, die ihnen von der Krankenkasse empfohlen werden. Das gilt insbesondere für die gezielte Behandlung durch Schmerztherapeuten. Darauf macht das Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster aufmerksam.

Die Aussagen sind nicht repräsentativ, sie basieren auf einer qualitativen, keiner quantitativen Erhebung. Als Teil des auf mehrere Jahre angelegten Forschungsprojekts zur Versorgung von Schmerzpatienten haben Mitarbeiter des Aktionsbündnisses Patienten mit Rückenschmerzen ausführlich interviewt. Von neun Interviewten nahmen vier an einem IV-Programm teil.

Die Unterschiede zu den anderen fünf Kranken waren auffällig, berichtet Projektmitarbeiterin Nadja Nestler, die die Interviews geführt hat. "Die Programm-Teilnehmer fühlten sich besser versorgt, und sie wurden schneller therapiert", sagt sie.

Nach der Erhebung des Aktionsbündnisses können diese Patienten besser mit ihren Rückenschmerzen umgehen. "Es handelt sich aber auch um besonders motivierte Patienten", weiß die Pflegewissenschaftlerin.

Den Teilnehmern habe es besonders gut gefallen, dass die Krankenkassen aktiv mit einem Behandlungsangebot auf sie zu gekommen sind und sie sich nicht selbst um alles kümmern mussten.

Nestler begrüßt die Absicht der Großen Koalition, das Angebot der strukturierten Behandlungsprogramme auszuweiten und unter anderem ein DMP für Patienten mit Rückenleiden zu entwickeln.

"Die qualifizierte Schmerztherapie sollte auf jeden Fall Teil eines solchen Programms sein", sagt sie. Die Erfahrungen aus dem Münsteraner Projekt zeigten, dass die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit positiv für die Patienten sei.

"Der multifaktorielle Ansatz ist gerade bei chronischen Krankheiten sinnvoll." Zudem hält sie es für wichtig, dass die Angebote speziell auf die einzelnen Patienten abgestimmt werden. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »