Ärzte Zeitung online, 15.12.2014

Niedersachsen

Neuer Hausarzt-Vertrag soll Wartezeit verkürzen

Einen neuen Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung haben in Niedersachsen die Barmer GEK, der Hausärzteverband und die KV geschlossen. Sein Ziel: Die Wartezeit soll deutlich verkürzt werden.

HANNOVER. Die Barmer GEK, die beiden Hausärzteverbände Niedersachsens und die Landes-KV haben einen Add-on-Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung nach Paragraf 73b SGB V geschlossen.

Neben dem Vertrag mit der AOK Niedersachsen und dem BKK-Landesverband ist dies der dritte Add-on-Hausarztvertrag im Land.

"Ziel des Individualvertrags ist es, für eingeschriebene Versicherte bei vorab vereinbarten Terminen die Wartezeit auf in der Regel 30 Minuten zu begrenzen", teilt die KVN mit.

Sprechstundenangebot am Wochenende

"Zusätzlich wird für eingeschriebene Versicherte ein Sprechstundenangebot insbesondere am Abend oder am Wochenende sichergestellt." Die Hausärzte übernähmen im Rahmen des Vertrages die Steuerung für den gesamten Behandlungsprozess.

Sie "verantworten die qualitativ hochwertige, wirtschaftliche sowie serviceorientierte Behandlung", sagte der neue Vorsitzende des Niedersächsischen Hausärzteverbandes, Dr. Matthias Berndt.

"Dieser Vertrag setzt auf unser Versorgungs-Know-how, unsere Innovationsfähigkeit, unsere Leistung auf und honoriert diese adäquat".

Der Vertrag entspreche in der Systematik und der Abwicklung dem Add-on-Grundvertrag der AOK, so der Hausärzteverband Niedersachsen, vor allem im Hinblick auf die psychosomatische Grundversorgung.

 Hier können auch Ärzte teilnehmen, denen die Genehmigung für die psychosomatische Grundversorgung noch fehlt, die aber den Beginn der Nachqualifikation binnen eines Jahres belegen können.

Anders als Abend- oder Wochenendsprechstunden ist die avisierte Wartezeit im Sprechzimmer von 30 Minuten keine Teilnahmevoraussetzung.

Die Vertragsmanagementpauschale beträgt 5,50 Euro pro Quartal und eingeschriebenem Patienten. Die Diagnose- und Versorgungsmanagement-Pauschale für qualifizierten Mehraufwand in beträgt drei, fünf oder neun Euro.

Die Einschreibepauschale beträgt ab 2015 13,00 Euro. (cben)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[16.12.2014, 12:11:14]
Dieter Döring 
Neuer Hausarzt-Vertrag soll Wartezeit verkürzen
Passt gut zur Verlogenheitskultur und zum Bürokratiemonster im Gesundheitswesen. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So will Deutschland den Zuckerberg bezwingen

16:00 UhrZu viel und zu schlecht gekennzeichnet: Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesunde Ernährung. Die Politik will nun eingreifen. mehr »

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »