Ärzte Zeitung, 21.09.2015

KV und Barmer

Neuer CED-Vertrag in Westfalen-Lippe

Mehr Einsatz von Biosimilars, intensivere Betreuung. KVWL und Barmer mit einem neuen Vertrag.

KÖLN. Die KV Westfalen-Lippe (KVWL) und die Barmer GEK haben einen Vertrag zur besseren Versorgung von Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) abgeschlossen.

Die Vereinbarung setzt auf die intensive Betreuung der Patienten durch Spezialisten und den stärkeren Einsatz von Biosimilars.

Die Vereinbarung ist zusammen mit dem Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen (bng) entwickelt worden und wird von diesem getragen. Beteiligen können sich Spezialisten, die ein Zertifikat "CED Schwerpunktpraxis im bng" oder die Behandlung von mehr als 50 CED-Patienten pro Praxis und Jahr nachweisen können. Sie müssen sich zudem regelmäßig zu dem Thema fortbilden und an Qualitätszirkeln beteiligen.

Für die Betreuung der Patienten erhalten die Gastroenterologen pro Patient und Quartal extrabudgetär eine Strukturzulage von 20 Euro.

Bei der medikamentösen Therapie zielt der Vertrag für die Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn auf den Einsatz von Biosimilars zum Biologikum Infliximab vor.

Die Neueinstellung sollte mit IFX-Biosimilars erfolgen. Bei den bereits auf Infliximab eingestellten Patienten sollen die Ärzte die Umstellung prüfen. Soweit möglich, sollen die Ärzte bei anderen Biologika Präparate verordnen, zu denen die Barmer GEK einen Rabattvertrag abgeschlossen hat.

Für einen Zeitraum von jeweils vier Quartalen wird ermittelt, wie groß das Einsparvolumen gegenüber einer Verordnung mit dem Wirkstoff Infliximab war.

Die Hälfte dieses Betrags erhalten die Ärzte - abzüglich der Strukturpauschalen - über die KVWL.

Patienten profitierten von intensiverer Behandlung, Ärzte durch die Honorierung ihres Mehraufwands, so KVWL-Vize Dr. Gerhard Nordmann.

Durch Verordnung rabattierter Arzneien seien sie vor Regressen geschützt. Die Barmer hofft auf mehr Lebensqualität für die Patienten. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »