Ärzte Zeitung, 25.06.2013
 

Schleswig-Holstein

TK-Hausarztvertrag startet

Querelen um den Datenschutz haben den Start des Hausarztvertrags in Schleswig-Holstein verzögert.

RENDSBURG. Der TK-Hausarztvertrag startet nun auch in Schleswig-Holstein.

Der bundesweite Vertrag ist in sieben Ländern schon umgesetzt, Schleswig-Holstein ist vor Rheinland-Pfalz das vorletzte von insgesamt neun Ländern, in denen der seit Januar 2012 geltende Vertrag gestartet wird.

"Wir haben schon ein bisschen neidisch auf die anderen Bundesländer geschaut", sagte Schleswig-Holsteins TK-Chef Dr. Johann Brunkhorst bei der Vorstellung des Vertrags in Rendsburg in Anspielung auf die Hürden im Norden.

Dort hatten unter anderem datenschutzrechtliche Bedenken den Start verzögert.

"Mix aus Pauschale und Einzelleistungsvergütung"

"Wir als TK haben immer zu diesem Vertrag gestanden", stellte Brunkhorst klar. Die Probleme sind aus dem Weg geräumt, inzwischen können sich die Hausärzte im Norden einschreiben. Er erwartet, dass rund 20 Prozent der 1700 Hausärzte teilnehmen werden.

Rio Morawe, Hausarzt aus Flintbek und Mitglied im Vorstand des Hausärzteverbandes, stellte die Modalitäten vor. Als "Mix aus Pauschale und Einzelleistungsvergütung" bezeichnete Morawe die Vereinbarung zum Honorar.

Teilnehmende Ärzte erhalten eine kontaktabhängige Pauschale von 95 Euro im ersten Halbjahr (maximal einmal) und bei einem weiteren Kontakt im zweiten Halbjahr 50 Euro. Hinzu kommen Zuschläge und Einzelleistungsvergütungen.

Hausarzt Michael Sturm aus Hohn hat errechnet, dass bei einer Durchschnittspraxis in Schleswig-Holstein unterm Strich ein Honorarplus von rund 2000 Euro im Quartal stehen könnte - nach Bereinigung durch die KV.

Sturm hatte Anfang Juni bereits rund 50 Patienten eingeschrieben, die Resonanz sei überwiegend positiv gewesen. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

So schützen sich Krebskranke vor Stigmatisierung

Wer an Krebs erkrankt, muss sich auch mit der damit verbundenen Stigmatisierung auseinandersetzen. Forscher raten zu gezielten Gegenstrategien. mehr »

Sport tut den Gelenken gut - auch bei Multimorbidität

Selbst Arthrosepatienten mit schweren Begleiterkrankungen profitieren von regelmäßigem körperlichem Training. Es gibt allerdings eine Voraussetzung. mehr »

So wird Patienten-Verwechslungen effektiv vorgebeugt

Die Beinahe-Verwechslung bei einer Infusion im Krankenhaus soll Ärzte für mögliche Schwachstellen in der Praxisorganisation sensibilisieren. Hierzu gibt es aktuelle Tipps. mehr »