Ärzte Zeitung, 21.01.2015

Schiedsspruch

Neuer Anlauf für die HzV in Bayern

Im Ringen von AOK Bayern und dem Hausärzteverband um die hausarztzentrierte Versorgung könnte der Schiedsspruch für Frieden sorgen - doch wie lange?

MÜNCHEN. Für einen neuen Hausarztvertrag zwischen dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) und der AOK Bayern liegt jetzt ein Schiedsspruch vor.

Bevor der Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HzV) zum 1. April 2015 in Kraft treten kann, muss sich jedoch erst noch das Bayerische Gesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde dazu äußern.

In einem Mitgliederrundschreiben nennt der BHÄV deshalb auch nur einige Eckdaten des neuen HzV-Vertrags. Demnach handelt es sich um einen unbefristeten Vollversorgungsvertrag mit Finanzwirksamkeit ab dem 1. April. Der derzeit laufende Vertrag wird für die teilnehmenden Hausärzte und Versicherten lückenlos fortgeführt.

Das heißt: Trotz der Kündigung des aktuellen HzV-Vertrags durch die AOK gibt es für eingeschriebene Patienten keine automatische Beendigung zum 31. März 2015. Im aktuellen 1. Quartal 2015 gelten noch die Regelungen des jetzigen HzV-Vertrags vom 1. Juli 2012.

Ausgewogener Schiedsspruch, findet der BHÄV

Auch bei der Honorarstruktur ändert sich nichts Wesentliches. Es bleibt bei einer kontaktunabhängigen Strukturpauschale und den Grund- und Chronikerpauschalen. Eingeführt werden einige Neuerungen, die die hausärztliche Tätigkeit abbilden.

Der Vorstand des BHÄV bewertet den Schiedsspruch als sehr ausgewogen. Sowohl die Finanzplanungsinteressen der AOK Bayern als auch die versorgungspolitischen Motive des Bayerischen Hausärzteverbandes seien im Schiedsspruch berücksichtigt.

Gestaltungsmöglichkeiten, die den beiden Vertragsparteien im Schiedsspruch eingeräumt werden, wolle der BHÄV "konstruktiv und vertragspartnerschaftlich nutzen", erklärte BHÄV-Vorsitzender Dr. Dieter Geis.

Zugleich forderte Geis die AOK dazu auf, mit dem BHÄV schnellstmöglich in konstruktive Gespräche einzutreten, um zu belastbaren Absprachen zu kommen. Entsprechende Vorschläge des Vorstandes lägen bereits auf dem Tisch. (sto)

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