Ärzte Zeitung online, 10.02.2009

Hospiz-Stiftung will Konsequenzen aus Fall Englaro für Deutschland

ROM/BERLIN (dpa). Nach dem Tod der italienischen Koma-Patientin Eluana Englaro hat die Deutsche Hospiz-Stiftung Konsequenzen aus dem Fall für Deutschland verlangt. Es habe in Italien ein entsetzliches "Gezerre" von Gegnern und Befürwortern der Sterbehilfe gegeben, beklagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Dienstag in Berlin.

"Eine politische Inszenierung wie in Italien kann nachhaltig allein durch ein Patientenverfügungsgesetz verhindert werden, das auch zur Ermittlung des mutmaßlichen Willens klare Regeln vorsieht."

Bei Englaro hatte es keine Verfügung gegeben, sie soll ihrem Vater jedoch vor ihrem schweren Unfall in Gesprächen deutlich gemacht haben, unter solchen Umständen nicht weiter leben zu wollen. Mit einer Patientenverfügung kann die Art der medizinischen Behandlung für den Fall einer schweren Erkrankung festgelegt werden. Bis zum Sommer will der Deutsche Bundestag dafür nach jahrelanger Diskussion eine gesetzliche Regelung schaffen.

Derzeit werden im Bundestag drei unterschiedliche Gesetzentwürfe beraten. Zwei davon sehen eine weit reichende Verbindlichkeit solcher Erklärungen vor. Ein dritter Gesetzentwurf will die Verbindlichkeit einer Patientenverfügung hingegen an strenge Vorgaben knüpfen, wie etwa die Beglaubigung des Schriftstücks durch einen Notar.

Lesen Sie dazu auch:
Italienische Koma-Patientin tot - Langer Streit um Sterbehilfe
Nach dem Tod der italienischen Koma-Patientin Verzicht auf Eilgesetz

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