Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

NRW sichert ambulante Palliativversorgung für Kinder

KÖLN (iss). Für ganz Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt ein Angebot zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung für Kinder. An den Universitätskliniken in Bonn, Düsseldorf und Münster sowie der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln stehen Palliative-Care-Teams (PCT) für die Betreuung der jungen Patienten zur Verfügung.

NRW sichert ambulante Palliativversorgung für Kinder

Schwerkranke kleine Patienten können in NRW nun auch ambulant versorgt werden.

© barneyboogles / fotolia.com

Im Rheinland haben sechs Ersatzkassen, die Betriebskrankenkassen und die Knappschaft rückwirkend zum 1. Mai 2010 entsprechende Vereinbarungen mit den Universitätskliniken Düsseldorf und Bonn geschlossen.

Die PCT der beiden Häuser sollen die Versorgung der schwerstkranken Kinder in ihrer häuslichen Umgebung oder einer Pflegeeinrichtung koordinieren. Soweit möglich werden qualifizierte Kinderärzte und Pfleger vor Ort die Behandlung übernehmen. Die Verträge böten den betroffenen Familien ein umfassendes Leistungsspektrum, sagt Dirk Ruiss, stellvertretender Leiter des Verbands der Ersatzkassen in NRW. "Gerade in einer so schwierigen Situation brauchen die Familien medizinische, pflegerische und psychosoziale Unterstützung besonders dringend."

Bei der jetzt geschlossenen Vereinbarung handelt es sich um einen Vertrag nach Paragraf 132 d Sozialgesetzbuch V (spezialisierte ambulante Palliativversorgung). Die AOK Rheinland/Hamburg, die IKK Nordrhein, die Landwirtschaftliche Krankenkasse und die Barmer GEK haben mit den beiden Unikliniken schon länger einen Integrationsvertrag zur pädiatrischen palliativmedizinischen Versorgung abgeschlossen.

In Westfalen-Lippe haben alle Krankenkassen gemeinsam eine Vereinbarung mit den Kliniken in Münster und Datteln abgeschlossen. Bis es genügend speziell qualifizierte niedergelassene Kinderärzte gibt, stellen dort die Klinik-PCT die Versorgung sicher. Im April 2010 hatte der damalige nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ein Konzept für ein flächendeckendes Angebot zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Krankheiten vorgestellt. Es sieht die Primärversorgung der Patienten durch geschulte Kinder- und Jugendärzte sowie Hausärzte vor, die Etablierung und Vernetzung von sechs bis acht PCT und die Unterstützung durch zwei übergeordnete Exzellenzzentren in Bonn und Datteln.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »