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Ärzte Zeitung, 09.09.2010

Kommentar

Charta gut, alles gut?

Von Christoph Fuhr

Das war ein wichtiger Tag für die Zukunft der Versorgung sterbenskranker Menschen in Deutschland: Die gestern vorgestellte und von etwa 50 Verbänden unterstützte Charta gibt Orientierung, damit Palliativversorgung in unserem Land differenziert weiterentwickelt werden kann.

Eine Garantie für Veränderungen ist das allerdings nicht. Das in vielen Regionen Deutschlands immer noch unerträgliche Herumgeschachere um die Umsetzung der vom Gesetzgeber garantierten Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung etwa zeigt, dass längst nicht alle Entscheidungsträger kapiert haben, um was es tatsächlich geht: Schwerstkranke Menschen müssen in Würde und selbstbestimmt sterben können - ohne jedes Wenn und Aber. Mag es im Gesundheitswesen noch so sehr an allen Ecken und Enden knirschen: Wo es um die Würde von Sterbenden geht, haben Bürokraten mit Rotstift nichts verloren.

Die Charta ist wegweisend - eine Wirkung wird sie nur dann entfalten, wenn ihre Werte von professionellen und ehrenamtlichen Pflegekräften auch gelebt werden. Ohne finanzielle und an der Basis fair verteilte Ressourcen wird das nicht funktionieren.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Votum für das Sterben in Würde
Interview: "Die Debatte darf nicht beschränkt sein auf Fachzirkel"
Charta zur Betreuung Sterbender vorgestellt

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