Ärzte Zeitung, 27.01.2011

Mechthild Bach: Chronologie eines Gerichtsverfahrens

Mai 2003: Die AOK erstattet Strafanzeige gegen die Internistin Mechthild Bach. Die Ärztin soll in der Zeit zwischen Dezember 2001 und Mai 2003 Patienten in einer Belegklinik in Hannover-Langenhagen durch überhöhte Gaben von Morphium und Diazepam getötet haben. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren ein.

Juli 2003: Der Ärztin wird wegen Verdachts auf Sterbehilfe von der Bezirksregierung die Approbation entzogen. Die Ärztekammer Niedersachsen stellt sich vor die Internistin.

August 2003: Ein Gutachter soll für die Staatsanwaltschaft mehrere Sterbefälle untersuchen.

Februar 2004: Mechthild Bach wird festgenommen und gegen Kaution im März wieder frei gelassen.

Juli 2005: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen achtfachen Totschlags. Zuvor sind mehrere Gutachten und Gegengutachten erstellt worden, die zu völlig unterschiedlichen Einschätzungen kommen, ob sich Bach schuldig gemacht hat.

Februar 2008: Beginn des ersten Prozesses gegen die Ärztin, der allerdings wegen Erkrankung des vorsitzenden Richters platzt.

Oktober 2009: Der zweite Prozess beginnt.

Januar 2011: Das Gericht erklärt in einer vorläufigen Einschätzung, dass in zwei der zu verhandelnden 13 Todesfälle von Bachs Patienten auch eine Verurteilung der Ärztin wegen Mordes in Betracht komme.

Januar 2011: Mechthild Bach nimmt sich mit Morphium das Leben. (fuh)

Lesen Sie dazu auch:
Mechthild Bach: Ein tragischer Tod und viele ungeklärte Fragen
Interview: "Wir brauchen eine Balance zwischen Vertrauen und Wachsamkeit"
Mechthild Bach: Chronologie eines Gerichtsverfahrens

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »