Ärzte Zeitung, 20.09.2011

Preis für vorbildliche ambulante Palliativkonzepte

Sie haben Basisarbeit beim Aufbau von Versorgungsstrukturen für Schwerstkranke geleistet: Dafür sind zwei multiprofessionelle Teams jetzt ausgezeichnet worden.

Preis für vorbildliche ambulante Palliativkonzepte

Preisträger, oben v. l.: Dr. Udo Kratel (Dormagen), Irene Scherner, Birgit Berger, Dr. Norbert Sehn, M. Temme (alle Waldhessen), Prof. Friedemann Nauck (Präsident DGP); unten v.l: Cornelia Eggers, Nanette Petersen, Dr. Ulrike Mäthrich (alle Waldhessen), Karl-Heinz Oedekoven (Grünenthal).

© Grünenthal

SAARBRÜCKEN (eb/fuh). Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum vierten Mal den Anerkennungs- und Förderpreis "Ambulante Palliativversorgung" an zwei Preisträger verliehen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Unternehmen Grünenthal GmbH gestiftet.

Einer der zwei Preisträger: Ambulantes Palliativzentrum Dormagen

Zu den Preisträgern gehört in diesem Jahr das Projekt des Ambulanten Palliativzentrums Dormagen. Es wurde im Oktober 2008 gestartet und versucht mit multiprofessionellen Teams integrative Betreuung in den Versorgungsalltag umzusetzen.

Das Palliativnetzwerk Dormagen formierte sich Mitte Mai 2007 mit zunächst 17 Ärzten, darunter drei qualifizierten Palliativärzten (QPA), und trat gemeinschaftlich den bis dahin existierenden Kollektivverträgen der Primär- und Ersatzkassen bei.

Vorausgegangen war eine über einjährige Pionierphase vor Ort, in der die bislang bestehenden Versorgungsstrukturen analysiert und in mehreren Qualitätszirkelsitzungen und drei Palliativkonferenzen strukturiert worden waren.

Zweiter Preisträger: Palliativteam Waldhessen

Zweiter Preisträger ist das Palliativteam Waldhessen. Ziel dieses Projekts ist vor allem eine Verknüpfung der allgemeinen mit der spezialisierten Palliativversorgung.

Ein Kernteam im hessischen Kreis Hersfeld-Rotenburg ist an die dortige Klinik angebunden, verfügt aber auch über Außenstellen und Anbindungen zu Kliniken im Umland, um wohnortnah die Palliativversorgung in einem relativ großen Umkreis zu ermöglichen.

Vernetzung von Palliativversorgung und Überwindung sektoraler Grenzen

"Beide Projekte haben sich nicht nur die Vernetzung von allgemeiner und spezieller Palliativversorgung, sondern auch die Überwindung sektoraler Grenzen zur Aufgabe gemacht", erklärte Professor Friedemann Nauck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

"Für uns stehen die Bedürfnisse von Patienten im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit", begründete Kai Martens, Geschäftsleiter Deutschland, das Engagement Grünenthals in diesem Bereich.

"Dazu gehört neben der Entwicklung wirksamer Schmerz-Medikamente auch die Verbesserung der Versorgungsrealität, insbesondere auch in der palliativmedizinischen Versorgung."

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