Ärzte Zeitung online, 14.10.2011

Männer dringend gesucht - als Betreuer für Kinderhospize

ESSEN (dpa). In Kinderhospizen werden ehrenamtlich helfende Männer dringend gesucht - zum Fachsimpeln über Fußball, für Discobesuche oder einfach zum Reden. Vor allem heranwachsende Jungen vermissten den Austausch mit männlichen Betreuern.

Durch eine bessere medizinische Betreuung erreichten inzwischen viele Kinder mit lebensbedrohlichen Krankheiten das Teenager-Alter, sagte Margret Hartkopf vom Vorstand des Deutschen Kinderhospizvereins am 14. Oktober in Essen. Unter den Kindern und Jugendlichen, die in Hospizen betreut werden, sei mittlerweile jeder Dritte 14 Jahre oder älter, sagte Hartkopf.

Mehr als die Hälfte der betreuten Kinder und Jugendlichen seien männlich. Dagegen liege der Anteil der Männer unter den rund 600 ehrenamtlichen Betreuern des Deutschen Kinderhospizvereins derzeit bei nur fünf Prozent, sagte Hartkopf.

Für ein Engagement als ehrenamtlicher Betreuer seien keinerlei medizinische Vorkenntnisse notwendig. Auf die Arbeit mit den kranken Kindern werden die Betreuer in Seminaren gründlich vorbereitet.

Eine weitere Herausforderung für die Kinderhospizdienste ist nach Aussagen Hartkopfs die Arbeit mit Migrantenfamilien. Dort existierten oft andere Rituale im Umgang mit Tod und Trauer. Zudem gelte es, durch Beachtung kultureller Eigenheiten eine Vertrauensbasis zu schaffen.

Bei einer bundesweiten Fachtagung diskutieren seit Freitag 500 Praktiker, Betroffene und Experten neue Trends in der Kinderhospizarbeit.

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