Ärzte Zeitung, 29.09.2014

Bischofskonferenz

"Staat erlaubt Fremdtötung"

FULDA. Die katholischen Bischöfe haben ihre ablehnende Haltung zu allen Formen der aktiven Sterbehilfe und der Beihilfe zur Selbsttötung bekräftigt.

Beim Treffen der Bischöfe in Fulda räumte Kardinal Karl Lehmann ein, dass die "Diskussion schwieriger geworden sei".

"Kritiker des geplanten Verbotes beharren zunehmend auf dem Wert der individuellen Autonomie am Lebensende", so Lehmann. Die Bischöfe hingegen betonten, dass sich das Recht auf Selbstbestimmung nicht auf das eigene Leben beziehe.

"Die Verabsolutierung der Autonomie steht zudem in Gefahr, die fürsorgliche Begleitung Sterbender und den Schutz der Würde der Schwächsten zu vernachlässigen", kritisierte Lehmann.

Durch - aktive - Sterbehilfe werde "Tötung neu legitimiert. Sie ist eine Dienstleistung, die gewissermaßen im Auftrag des Betroffenen geschieht. Im Grunde erlaubt der Staat eine Fremdtötung", so Lehmann.

Er warnte, die "radikalisierte Forderung nach Selbstbestimmung" gehe untrennbar mit einem gesellschaftlichen Werturteil über Leben einher, enthalte ein "Sozialnutzenkalkül".

Weil in der pluralistischen Gesellschaft kein gemeinsames Wertefundament mehr vorhanden sei, bleibe nur die Selbstbestimmung als Grundfigur übrig, bedauerte Lehmann. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Marathon geht Amateuren richtig ans Herz

Wer sich als Amateur an einen Marathon wagt, ist trotz regelmäßigen Trainings kardial gefährdet. Studienautoren geben einen Tipp, um das Herz nicht so stark zu belasten. mehr »

Bei jedem Zweiten wirkt der ärztliche Rat

Stress vermeiden, mehr Sport treiben und Abnehmen zählen zu den Klassikern bei den guten Vorsätzen, wie eine Hitliste zeigt. Wenn der Arzt dazu auffordert, macht das vielen Patienten Beine, berichtet die DAK. mehr »

„Das ist keine Propagandaschlacht“

Einige Passagen im geplanten Termineservice- und Versorgungsgesetz stoßen Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie zuversichtlich sind, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »