Ärzte Zeitung online, 20.08.2018

Betäubungsmittelgesetz

BfArM lehnt Anträge auf Sterbehilfe ab

BERLIN. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat seit Juni mehrere Anträge von Menschen abgelehnt, die Sterbehilfe-Medikamente erwerben wollten. Das berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf die Behörde.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte zwar den Staat im März 2017 verpflichtet, unheilbar Kranken in Ausnahmefällen Medikamente zur Sterbehilfe zu bewilligen.

Laut Gericht hätten diese Menschen gemäß Grundgesetz das Recht zu entscheiden, wie und wann sie aus dem Leben scheiden wollen. Das Bundesgesundheitsministerium bat jedoch das Bundesinstitut im Juni 2018, solche Anträge abzulehnen.

Es könne nicht Aufgabe des Staates sein, Selbsttötungen durch behördliche Erlaubnisse zu unterstützen, heißt es in dem Schreiben des Gesundheitsministeriums.

Der "Tagesspiegel" berichtet unter Berufung auf BfArM-Angaben, dass derzeit 109 Anträge vorlägen. In 21 Fällen seien die Patienten bereits verstorben. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Innovationsfonds bleibt - und wird verändert

Seit 2016 fördert der GBA neue Versorgungsprojekte mit vielen Millionen. Jetzt wird bekannt: Mit dem Innovationsfonds geht es weiter - in etwas modifizierter Form. mehr »

Düsteres Bild der Weiterbildung

Fehlende Strukturen und Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze: Eine Umfrage des Hartmannbundes unter knapp 1500 Assistenzärzten deckt gravierende Mängel in der Weiterbildung auf. mehr »

Was Kliniken von Luftfahrt lernen können

Zur Eröffnung des „Gesundheitskongresses des Westens“ versucht die Gesundheitsbranche, von anderen zu lernen: Nicht Fehler seien das Problem, sondern das Machtgefälle in Teams. mehr »